Wie beeinflusst eine Crowdfunding-Kampagne meine Chancen, bei Gründen-Live zu gewinnen?

Vor kurzem haben wir die Kooperation zwischen unserem Ideenwettbewerb Gründen-Live und der Crowdfundingplattform Startnext bekanntgegeben und freuen uns über die vielen Rückmeldungen hierzu!

Vor allem im Zusammenhang mit dem „Live-Faktor“ haben sich unterschiedliche Fragen ergeben, die wir versuchen möchten, mit diesem Update zu beantworten.

Wir fangen mal ganz von vorn an, um auch allen, die sich noch nicht intensiv mit dem Thema befasst haben, den Einstieg zu erleichtern:

Der Live-Faktor gilt als wichtigstes Auswahlkriterium für den Gründen-Live-Ideenwettbewerb, um in die Endauswahl der Ideen zu gelangen, die einen Preis gewinnen können. Der Live-Faktor spiegelt die Aktivitäten eines Gründers um seine Idee wider und beinhaltet viele aktive und passive Vorgänge, die nicht öffentlich sind, damit sie nicht manipuliert werden können (eine genaue Beschreibung findet Ihr hier: Der “Live-Faktor” sowie im Blogpost Der Live-Faktor: Was man als Teilnehmer von Gründen-Live wissen muss, um zu gewinnen).

live-faktorDer Live-Faktor wurde 2014 in unseren Ideenwettbewerb integriert, um alle Gründer zu belohnen, die sich intensiv mit ihrer Gründungsidee beschäftigen. Aufgrund der jahrelangen Erfahrung der Stiftung Entrepreneurship wissen wir, dass Gründer deutlich erfolgreicher sind, wenn sie sich aktiv mit der Arbeit an ihrer Idee und im Austausch mit anderen und deren Ideen (Sparringspartner) beschäftigen. Ein weiterer Grund für diese Entscheidung war, dass ein reines Online Voting oder eine reine Jury Entscheidung für einen Gründungsideen-Wettbewerb nicht geeignet sind.

Unser Wettbewerb richtet sich an Gründer, die noch nicht mit ihrem Produkt oder ihrer Dienstleistung auf dem Markt sind.

Im vergangenen Wettbewerb gab deswegen eine Richtlinie für die Teilnahme, die alle Gründungen ausschloss, die bereits eine
juristische Person (also GbR, GmbH) waren. Damit wollten wir vermeiden, dass Gründer teilnehmen, die schon auf dem Markt bestehen.

Dabei lernten wir, dass es viele Gründerteams gibt, die sich in einer solchen Rechtsform bereits befinden, bevor sie ihre Ideen ausarbeiten – quasi, damit die Idee nicht einer Person „gehört“ sondern dem Unternehmen, das dieses später auch umsetzt.

Da unser Ideenwettbewerb so unbürokratisch wie möglich sein soll, haben wir dieses Jahr die Teilnahmebedingungen angepasst, so dass auch juristische Personen teilnehmen können bzw. Menschen mit Ideen, die sich bereits in der operativen Umsetzung befinden, aber eben noch keine Umsätze generiert haben – hier geht’s zu unseren Teilnahmebedingungen.

Aus diesem Grund haben wir nun Gründer auf unserer Plattform, die sich sehr unterschiedlichen Phasen der Realisierung ihrer Vorhaben befinden: die einen haben aus einem Einfall gerade ein Ideenkonzept entwickelt, die anderen arbeiten bereits an ihrem Außenauftritt, ihrem Prototypen, einer Software, einer Webseite, usw.

Daher haben wir überlegt, was wir tun können, um dieser Vielfalt gerecht zu werden – das Ergebnis ist die Kooperation mit Startnext:

So ergeben sich für alle Gründer von Gründen-Live zwei Crowd-Testing-Potenziale: per Voting und per Crowdfunding. Diese beiden Möglichkeiten, seine Idee noch vor der Umsetzung am Markt zu testen, halten wir für absolut wichtig, um als Gründer frühzeitig zu erkennen, was nicht funktioniert (warum auch immer) und ob man mit seiner Idee Menschen begeistern kann – eine der wichtigsten Eigenschaften, die ein Gründer lernen muss, um erfolgreich zu werden.

Was bedeutet das nun für den Live-Faktor?

Der Live-Faktor belohnt die Aktivitäten einer Idee, die beim Gründen-Live Wettbewerb teilnimmt. Durch die Startnext – Kooperation ist es nun technisch möglich, die Aktivitäten aus einer Crowdfunding-Kampagne in den Live-Faktor mit einfließen zu lassen. Damit kann sich ein Teilnehmer unseres Gründen-Live Wettbewerbs voll auf das konzentrieren, was ihn in seiner Situation am meisten nach vorn bringt und dabei wichtiges Feedback bekommen. Auch das Scheitern einer Kampagne werten wir als wichtiges Ergebnis für den Gründer.

Was fließt von einer Crowdfunding-Kampagne in den Live-Faktor mit ein?

Hier halten wir uns absichtlich bedeckt, denn sonst wäre unser Live-Faktor Algorithmus manipulierbar.

Klar ist: alle Aktivitäten, die der Gründer und andere zu seiner Kampagne haben.

Ein paar Beispiele:

Es ist einfacher, ein Investment von einer Person zu erhalten, als 100 Investments von 100 Personen, daher werden mehr Aktivitäten, sprich: mehr Investments von uns höher bewertet, als weniger.

Es ist einfacher, eine 100 EUR Kampagne zu 100% finanziert zu bekommen, als eine 10.000 EUR Kampagne. Daher ist das Erreichen desselben prozentualen Kampagnenziels bei einer höheren Summe aus unserer Sicht besser, als bei einer niedrigeren.

Es ist einfacher, von 20 Personen jeweils einen Euro zu bekommen, also von 20 Personen jeweils 100 EUR.

Kurzum: es spielen viele Faktoren eine Rolle und diese werden zueinander widerum in eine prozentuale Gewichtung gebracht, weil sie miteinander zu tun haben. Hieraus ergibt sich dann der Anteil, der in den Live-Faktor einfließt.

Hat eine Idee mit Crowdfundingkampagne einen Vorteil gegenüber einer Idee ohne Crowdfunding-Kampagne? NEIN.

Gründen-Live ist ein einzigartiger Ideenwettbewerb für Gründer, die aus einer Idee ein Unternehmen machen wollen. Unser Fokus liegt klar auf dem sorgfältigen Ausarbeiten der Idee in ein tragfähiges Geschäftkonzept. Der Markttest ist ein wichtiger Teil davon und wir drücken allen Gründern die Daumen, dass sie mit ihren Aktivitäten bis zum Ende des Wettbewerbs für sich herausfinden, ob es sich lohnt, weiterzumachen und zu gründen, oder nicht.

Wir wünschen uns natürlich viele erfolgreiche Gründungen und drücken allen Teilnehmern die Daumen!

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2 Kommentaren

  1. mitschuh

    20.09.2015 · Antworten

    Hallo zusammen und erstmal Danke für die tolle Plattform.

    Feedback: Ich bin schon länger selbstständig und mache mir seit 2 Jahren Gedanken wie ich aus dem Hamsterrad komme und etwas verbessern kann. Durch diese Motiviation stiess ich auf Ihre Seite. Mein erster Gedanke war: Boah schon wieder etwas nur für Start Ups und Gründer… Warum gibt es nicht mal was für Unternehmer die mitten drin sind?

    Aber dennoch habe ich mich mit Gründen Live beschäftigt. Meine Erkenntnisse dazu:

    1. An alle Gründer: Macht es so wie Prof. Faltin es sagt. Es funktioniert zu 99,5%. Erst jetzt, 10 Jahre nachdem ich gegründet habe erkenne ich hier die einzelnen Positionen wie ich über die Jahre mein Unternehmen aufgebaut habe und dorthin gelangte wo ich gerade stehe.

    2. Wenn ich einen Wunsch frei hätte würde ich mir wünschen ein solches Portal mit diesen Wertvollen Tipps von Anfang gehabt zu haben.

    3. Idee für die Stiftung Entrepreneurship: Kann man ein System wie gruenden-live.de nicht auch für Unternehmer erstellen die bereits mittendrin stecken? Selbstverständlich kann ich für mich persönlich hieraus viele neue Erkenntnisse ziehen. Nichts desto trotz wünsche ich mir hin und wieder Kontakte zu anderen Unternehmern, die den Weg bereits gegangen sind und die man hin und wieder fragen wie sie das machen würden. Was mich nämlich wahnsinnig ärgert ist meine eigene persönliche eingeschränkte Sichtweise.

    Rückwirkend betrachtet habe ich viele Punkte die hier vorgeschlagen werden intuitiv umgesetzt. Natürlich nicht nur die Punkte die funktioniert haben sondern weitaus mehr die nicht funktioniert haben. Hätte ich das komplette wissen vor 5 Jahren gehabt, behaupte ich wäre ich drei Jahre schneller gewesen :)

    Falls Sie zufällig nach neuen Ideen suchen, wie wäre es mit einer “Mentorship” Seite für Entrepreneure um sich auszutauschen.

    Viele Grüße und Danke für die wertvollen Infos.

    Michael Schuh

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