Gründen-Live 2017 Ideenwettbewerb [zurück zur Übersicht]

Share-Sports

veröffentlicht am 5. Juni 2017 um 15:32

Kurzbeschreibung der Idee

Share-Sports übertragt den Share Economy-Ansatz auf den Sportbereich. Umgesetzt wird dies durch die Installation von Sportgerätestationen in öffentlichen Parks, wo der Nutzer mithilfe der kostenlosen Smartphone-App Sportgeräte bucht und bezahlt.

Share-Sports in Aktion

Kurzporträt Share-Sports

Beschreibung der Idee

Share-Sports bietet eine automatisierte Sportgerätevermietung mit dem Ziel den Zugang zu Sportgeräten und somit zum Sporttreiben grundlegend zu vereinfachen. Die Umsetzung erfolgt durch die Entwicklung einer mobilen App zur Anmietung von Sportgeräten und zum Finden geeigneter Sportpartner sowie durch die Installation von Stationen zur Aufbewahrung dieser Geräte im öffentlichen, urbanen Raum. Hierfür bieten sich aufgrund der großen Besucherzahlen insbesondere zentrale Stadtparks und Grünanlagen wie z.B. das Tempelhofer Feld und der Park am Gleisdreieck in Berlin oder der Volkspark Potsdam an.

Um das Angebot nutzen zu können, muss der Nutzer zunächst die kostenfreie App auf seinem Smartphone installieren. Hierüber erfolgt unter Angabe von Telefonnummer, Name und Vorname die Registrierung bei Share-Sports (verifiziert durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung, die unter anderem auch das Fahrradvermietungsunternehmen nextbike erfolgreich nutzt). Unmittelbar im Anschluss kann sich der Nutzer das gewünschte Sportgerät vor Ort mieten und die Bezahlung über die App abwickeln. Nach erfolgreicher Registrierung und Bezahlung kommt es zur Ausgabe des gewählten Sportgeräts an der entsprechenden Station. Jeder Nutzer kann mit seinem Account bis zu zwei Geräte gleichzeitig mieten und diese für eine Dauer von bis zu zwei Stunden nutzen. Die anschließende Rückgabe erfolgt Mithilfe der App.

Das Geschäftsmodell basiert auf Einnahmen für die Anmietung von Sportgeräten durch den Endverbraucher einerseits (B2C) sowie auf Einnahmen aus Kooperationen und strategischen Partnerschaften andererseits (B2B). Für die Bezahlung wählt der Nutzer aus zwei Angeboten:

1. Einzelzahlung pro Nutzung (2,50 EUR für ein Gerät - Durchschnittswert für die Kalkulation, Einzelpreise variieren (bspw. günstige Frisbee, teureres Longboard)

2. Monatlicher Beitrag (14,90 EUR)

In diesem Segment (B2C) finanziert sich das Konzept vor allem durch den auf wissenschaftlicher Basis prognostizierten Anstieg zahlender Nutzer, da Share-Sports auf dem zunehmend wichtigen Trend der Share-Economy basiert, wachsende Wirtschaftszweige wie den Sportmarkt und die Gesundheitswirtschaft (Krankenkassen) einschließt und die Nachfrage vieler Sporttreibender nach mehr Spontanität, Flexibilität und Vielfalt im Sport bedient. Insbesondere durch die große Auswahl neuer und konventioneller Sportgeräte und Materialien vor Ort eröffnet Share-Sports neue Möglichkeiten zur aktiven Sport- und Freizeitgestaltung im öffentlichen Raum. Diese Simplizität im Zugang zu diversen Sportgeräten gibt dem Nutzer zudem die Möglichkeit unterschiedliche - auch bisher unbekannte - Sportarten auszuprobieren.

Im B2B Segment lassen sich auf vielfältige Weise Einnahmen generieren. So eignen sich die Stationen grundsätzlich als Werbefläche für Sponsoren, denen die Stationen aufgrund ihrer zentralen Lage und Größe die Schaltung zielgruppenspezifischer Werbung ermöglichen. Ein Personal Trainer, der den Trend der Verlagerung sportlicher Aktivität in die Natur bestätigt, hat bereits schriftlich sein Interesse an der Nutzung von Share-Sports Stationen bekundet, um Sportkurse im Freien anbieten zu können. Darüber hinaus sind Kooperationen und strategische Partnerschaften mit Sportartikelherstellern, Krankenkassen, Versicherungen und weiteren im Sport und Gesundheitsbereich ansässigen Unternehmen in der Planung.

Share-Sports PitchDeck

Warum die Idee zu mir passt:

Robert Vogel, Jonas Brüstel, Stefan Quilitzsch und Daniel Dickmann bilden das Team von Share-Sports. Gemeinsam bündeln sie Kompetenzen aus den Bereichen Sport- und Politikwissenschaften, Betriebswirtschaftslehre und App-Entwicklung. Die vier Gründer kennen sich bereits seit der Schul- bzw. Studienzeit, wo Robert Vogel u.a. im Fach Sport an der Universität Potsdam seine Abschlussarbeit zum Thema: "Miete, Leihen, Teilen von Sportgeräten: Voraussetzungsanalyse eines Sportkonzeptes auf Grundlage der Share Economy" verfasst hat. Basierend auf der wissenschaftlichen Betrachtung haben sie gemeinsam die Idee bzw. das Projekt Share-Sports entwickelt.

Welches Problem wird gelöst?

Während das Interesse für Sport in der deutschen Bevölkerung unverändert hoch ist, ist die Zahl der aktiv-Sporttreibenden rückläufig. Im Kern besteht das Problem darin, dass das vorhandene Sportangebot nicht mehr vollumfänglich die Bedürfnisse vieler Freizeitsportler im Hinblick auf Spontanität, Vielfalt und Flexibilität sowie räumliche Nähe und Naturverbundenheit abbildet. Share-Sports bietet eine Antwort auf diese Herausforderungen und baut hierbei auf globale Trends wie die fortschreitende Urbanisierung und die wachsende Beliebtheit von Share Economy-Modellen unter Berücksichtigung der Entwicklungen im informellen Sportbereich.

Das Potenzial von Share-Sports steigt insbesondere mit der (1) wachsenden Beliebtheit von Share Economy Modellen, (2) dem anhaltenden Wunsch nach mehr Bewegung, um dauerhaft gesund zu bleiben sowie (3) der voranschreitenden Urbanisierung, wonach mehr Menschen in die Städte ziehen und somit adäquate Sportangebote bei schrumpfendem Freiraum benötigt werden.

Welche Vorteile vor anderen Produkten/Dienstleistungen hat die eingereichte Idee? (USP)

Die Möglichkeit verschiedenste Sportgeräte mithilfe einer App aus einer Station anzumieten, bietet eine neuartige Dienstleistung für einen stetig wachsenden Sportmarkt, die in dieser Kombination mit keinem anderen Angebot in diesem Marktsegment vergleichbar ist. Gegenwärtig existiert in öffentlichen Grünanlagen und Parks kein oder nur ein lokal begrenztes Angebot im Zugang zu Sportgeräten. Dabei handelt es sich zumeist um lokale Sportgerätevermietungen, deren Angebot i.d.R. auf wenige ausgewählte Geräte beschränkt (z.B. Fahrrad-, Bootsverleih, etc.) und deren Zugang durch Öffnungszeiten reglementiert ist. Hinzu kommt, dass die aktuelle Sportstättenentwicklungsplanung in vielen Städten und Gemeinden nach wie vor primär durch die Bereitstellung von monofunktionalen Sportanlagen (z.B. Fußball- oder Basketballplätzen) geprägt ist. Während diese Sportstätten unbestritten einen wichtigen Bestandteil der Sportraumentwicklungsplanung darstellen, fehlt es bislang an innovativen Konzepten, die ergänzend zum bestehenden Infrastrukturangebot ein Angebot zum Sporttreiben auf öffentlichen Grünflächen bieten und damit die zunehmende Verlagerung des Sports in die Natur berücksichtigen. Analog hierzu konnte Share-Sports Gründer Robert Vogel in seiner Masterarbeit zeigen, dass auch vorhandene Sportstätten wieder mehr genutzt würden, sobald ein adäquates Sportgeräteangebot vor Ort zur Verfügung stünde. Aus diesem Grund stellt Share-Sports ein Zugangssystem bereit, das neue bzw. ergänzende Möglichkeiten für die Nutzung freier sowie bestehender Sporträume schafft. Einerseits erhält der Nutzer Zugang zu Sportgeräten und Materialien, wodurch er sich auf Freiflächen seinen eigenen Sportraum kreieren kann. Ande-rerseits können vorhandene Sporträume und -plätze durch die Aufstellung von Share-Sports Stationen mit entsprechenden Sportgeräten unkomplizierter (Mitbringen von Sportgeräten entfällt), vielseitiger (Untergrund von Sportplätzen eignet sich grundsätzlich für diverse Sportarten) und somit wieder häufiger genutzt werden.

Innovativ ist zudem der Ansatz, den Share-Sports verfolgt. Als erster Sportgeräteanbieter baut Share-Sports ein Konzept auf Grundlage eines Product Service Systems und nutzt somit die Vorteile der Share Economy, wodurch unter anderem die Verbesserung der sequentiellen Auslastung von Sportgeräten ermöglicht wird. Während viele Sportgeräte im Privatbesitz nur selten verwendet werden, erhält der Nutzer durch das Angebot von Share-Sports einen einfachen Zugang zu qualitativ hochwertigen Sportgeräten, ohne diese selbst kaufen zu müssen. Auf diese Weise leistet das zugrundeliegende Share Economy-Modell durch die Optimierung des Produktlebenszyklus dieser Sportgeräte zugleich einen wichtigen Beitrag im Hinblick auf eine ökologische Nachhaltigkeit.

Das Team

Wofür engagierst Du Dich mit dieser Idee?

Abgesehen von den bereits erwähnten Vorteilen, die Share-Sports für Nutzer (vereinfachter Zugang zum Sport, Mieten statt Kaufen), Unternehmen (Kooperationen, Nachhaltigkeit) und Gemeinden (Stadtplanung) bietet, wird außerdem das soziale Zusammenleben durch Funktionen der App gefördert.

Derzeit treibt jeder zweite Sportler in Deutschland allein Sport und muss sich folglich auch allein motivieren. Share-Sports hilft zukünftig beim Finden von passenden Sportpartnern (Matching) und bietet damit eine einfache Möglichkeit sich gemeinsam zu bewegen. Der App-Nutzer generiert durch sein Training und durch die Wahl des entsprechenden Sportgeräts Daten. Basierend auf dem Share-Sports-Wertealgorythmus (Interesse, Ort, Zeit, Dauer, Leistungsniveau, Vergleich, Sportgeräte) bekommt der Nutzer daraufhin auf Wunsch Informationen zu passenden Sportpartnern angeboten. Maßgeblich wirkt sich dabei das Leistungsniveau und der entsprechende Trainingseffekt auf das Matchingresultat aus. Hierzu können die Nutzer nach Abschluss eines gemeinsamen Trainings die anderen Teilnehmer bewerten (Person A war besser als B, B war so gut wie C). Die Bewertungsdaten fließen anschließend anonymisiert in das Nutzerprofil ein (Benchmark). Je mehr Werte gesammelt werden, desto größer ist die Validität der Daten und somit die Passgenauigkeit des Matchings. Ziel der Matching-Funktion ist es, Sportpartner mit ähnlichen Motivationsmustern (Spaß, Bewegung, Gesundheit) zusammenzubringen, Organisation und Absprache zu vereinfachen und damit die Langzeitmotivation zum Sporttreiben zu erhöhen.

Weitere Möglichkeiten bieten die von uns als Joining und als Adhoc Joining bezeichneten Funktionen. Joining und Adhoc Joining sind sowohl im Zusammenspiel mit als auch unabhängig von der Matching-Funktion anzuwenden. Insbesondere Adhoc Joining eröffnet dem Nutzer dabei gänzlich neue Möglichkeiten zum spontanen und gleichzeitig gemeinsamen Sporttreiben.

Beim Joining bekommt der Nutzer auf Grundlage des von ihm zuvor festgelegten Zeitfensters Sportangebote präsentiert. Diese Sportangebote können von jedem Nutzer erstellt werden. Sofern gewünscht, bekommt jeder App-Nutzer daraufhin eine Information. Interessierte können das Angebot bestätigen (join) oder ablehnen (decline). Wenn die Teilnehmerzahl erreicht ist, wird die Gruppe geschlossen und die Nutzer können sich austauschen (Chatfunktion).

Das Adhoc Joining bringt im Zusammenspiel mit der iBeacon-Technologie eine gänzlich neue Dimension der Spontanität in die aktive Sport- und Freizeitgestaltung. iBeacon ist ein von Apple entwickelter Kommunikationsstandard, der in einem lokal begrenzten Bereich Informationen verschickt. Diese Informationen können drahtlos über kurze Distanzen gesendet und empfangen werden, vorausgesetzt der Empfänger befindet sich in der Nähe zum iBeacon Sensor, der in den Share-Sports Stationen verbaut ist. Eine vom Nutzer verfasste Informationkann in einem vordefinierten Umkreis von Ø 400m an alle Nutzer der App gesendet werden, auf deren Smartphone daraufhin eine Signalmeldung mit dieser Information erscheint. Interessierte Personen können sodann vor Ort Kontakt aufnehmen und teilnehmen.

Auf diese Weise können Nutzer spontan entscheiden, ob sie an kurzfristig geplanten Sportangeboten teilnehmen möchten. Share-Sports kombiniert damit die technischen Möglichkeiten der virtuellen Welt und die des aktiven Sports in der realen Welt. Ziel ist es den Austausch und die lokale Vernetzung von interessierten Sportlern untereinander zu stärken und neue Möglichkeiten zur spontanen Interaktion zu bieten.

Risiken & Herausforderungen

Ein Risiko stellt zunächst die Tatsache dar, dass es sich bei dem Angebot von Share-Sports aufgrund der Installation von Gerätestationen an öffentlichen Plätzen im Freien um ein wetter- und saisonabhängiges Geschäftsmodell handelt. Das bedeutet: Stärkere Nachfrage im Sommer, geringere Nachfrage im Winter. Diesem Risiko will Share-Sports mit einem saisonalen Sportgeräteangebot in den Stationen begegnen, wobei wir von der Flexibilität (nahezu beliebiger Austausch von Sportgeräten in den jeweiligen Fächern) der Gerätestationen profitieren. Ein denkbarer Ansatz ist zudem, die Angebote der App den äußeren Bedingungen anzupassen. Dies könnte u.a. durch das Setzen besonderer Anreize gelingen, um auch bei schlechtem Wetter Sport zu treiben (z.B. über eine Gamification-Funktion). Vorstellbar ist darüber hinaus die Organisation von Veranstaltungen und Sport-Events, um den Nutzer nach draußen zu locken. Die Tatsache, dass bei Schnee und Eis kaum Kunden das Angebot nutzen werden, ist in der Finanzplanung berücksichtigt.

Weiteres Risikopotenzial bergen die unterschiedlichen öffentlichen Richtlinien. Diese beeinflussen und reglementieren sowohl die möglichen Standorte (erforderliche Erlaubnis zum Aufstellen der Stationen), als auch u.U. die Nutzung bestimmter Sportgeräte an diesen Standorten sowie die Nutzungszeiten (z.B. keine Nutzung in der Nacht bzw. Einhaltung von Ruhezeiten). Hier gilt es frühzeitig den Kontakt zu den Kommunen herzustellen und den regelmäßigen Austausch mit den Entscheidungsträgern zu forcieren, um diese standortbezogenen Faktoren frühzeitig in die Planungen bei der Aufstellung von Gerätestationen berücksichtigen zu können bzw. die Zugriffsmöglichkeiten entsprechend anzupassen.

Ein weiteres Risiko stellt die Unwägbarkeit der tatsächlichen Kundenzahlen dar, die das Betriebsergebnis wesentlich beeinflussen. Dem wurde zwar durch eine konservative Kalkulation entgegengewirkt, trotzdem ist im Vorfeld der Gründung eine ausreichende Finanzierung für die anfangs hohen Investitionskosten sicherzustellen, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden. Daher sowie aufgrund des geringen Eigenkapitalstocks ist die kontinuierliche Investorensuche integraler Bestandteil der Unternehmung.

Mit steigender Anzahl von Stationen an unterschiedlichen Standorten wächst darüber hinaus die Herausforderung eine ausreichende Verfügbarkeit der gewünschten Sportgeräte sowie deren Funktionsfähigkeit dauerhaft zu gewährleisten. Hiervon hängt maßgeblich die Kundenzufriedenheit ab, sodass Mängel oder technische Defekte – soweit beeinflussbar – zu vermeiden, mindestens jedoch schnellstmöglich zu beseitigen sind. Hierfür soll insbesondere die Pilotphase genutzt werden: Einerseits um auf Grundlage von Nutzerstatistiken das Sportgeräteangebot besser an Kundenwünsche anzupassen, andererseits um unerwartete Mängel am Konzept zu erkennen und diese zu beheben.

Die kontinuierliche Wartung und frühzeitige Behebung technischer Defekte/Mängel durch Reparatur oder Austausch der Sportgeräte ist nicht zuletzt auch aus Haftungsgründen unabdingbar, die aus materialbedingten Sportunfällen resultieren könnten. Bestimmte Risiken wie juristische Auseinandersetzungen infolge solcher Unfälle werden durch den Abschluss geeigneter Versicherungen, insbesondere Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherungen, abgewälzt.

Kategorie

Dienstleistungen, Mobilität, Gesundheit / Sport, Urbanes Leben

Szenario

Das Konzept von Share-Sports greift unterschiedliche gesellschaftliche Entwicklungstendenzen auf, die in der jeweiligen wissenschaftlichen Fachliteratur eingehend diskutiert werden. Zum einen verändern sich die Bedürfnisse der sportaktiven Bevölkerung dahingehend, dass die Nachfrage nach vielfältigeren, spontaneren und flexibleren Sportangeboten zunimmt. In diesem Zusammenhang ist zudem eine Verschiebung sportlicher Aktivitäten von traditionellen Sportstätten in den öffentlichen Raum (Parks und Grünflächen) zu beobachten, wodurch sich neue Anforderungen an die zukünftige Sportstätteninfrastruktur ergeben, für die der Markt bislang keine adäquaten Lösungen bereithält. Diese Problematik wird sich aufgrund der anhaltenden Urbanisierung weiter verschärfen.

Ebenso kann beobachtet werden, dass es zu einem Wandel in der Ökonomie des weltweiten Dienstleistungsmarktes kommt. Der temporäre Besitz von Gütern löst in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens zunehmend den Wunsch nach Eigentum und somit dauerhaftem Besitz ab. Teilen, Leihen und Mieten liegen im Trend. Folgerichtig haben sich auf Grundlage dieser Share Economy in den vergangenen Jahren zahlreiche Geschäftsmodelle entwickelt, die unseren Alltag nachhaltig verändert haben (vgl. u.a. Airbnb, Uber, Car Sharing). Dabei zeigt sich, dass sich ca. zwei Drittel der Weltbe-völkerung vorstellen kann, eigene oder andere Waren gemeinsam zu nutzen. Erstaunlicherweise sind diese Entwicklungen bis auf wenige Ausnahmen (insbesondere im Rad- und Wintersport) jedoch am Sportmarkt vorbeigegangen. Das große Potenzial auf einem stetig wachsenden Markt liegt somit brach.

Die Share Economy hat sich durch die Digitalisierung der Informationstechnik von einer Randerscheinung gelöst und sich in der Mitte der modernen Ökonomie positioniert. Neue digitale Marktplätze (E-Commerce) und Zugänge sind entstanden und erlauben eine netzwerkartige Organisation von Ökonomie und Gesellschaft. Dieser Trend korrespondiert mit der Zunahme vom Leben im städtischen Raum.

Die fortschreitende Urbanisierung bietet neue Räume für die individuelle Entfaltung und Vernetzung der Gesellschaft untereinander. Share-Sports greift beide Entwicklungen auf und bündelt diese zu einem zukunftsfähigen Konzept für den aktiven Sport. Der Fokus liegt dabei in der optimalen Ausnutzung von Raum und Funktion im beliebtesten Sportraum, der Natur bzw. in den Grünanlagen der Städte.

Parallel rückt das Thema Gesundheit im und durch den Sport, in einer Gesellschaft die angesichts des demographischen Wandels im Durchschnitt älter wird, zunehmend in den Fokus aller Altersgruppen. Studien zeigen, dass Gesundheit als zentrales Leitmotiv dabei vor allem mit Sport und Bewegung in Verbindung gebracht wird. In dieser Entwicklung liegt großes Potenzial. So sind unter anderem Bezuschussungen von Share-Sports Mitgliedschaften durch Krankenkassen, wie sie bereits heute für ausgewählte Fitness-Studios genehmigt werden, denkbar. In Deutschland interessieren sich Studien zufolge 48 Mio. Menschen für Sport. Durch dessen weitreichenden gesellschaftlichen Einfluss hat sich Sport zu einem wichtigen Wirtschaftszweig und Milliardenmarkt entwickelt. Allein im Jahr 2010 wurden hierzulande 112,6 Mrd. EUR durch Privathaushalte für Sport ausgegeben.

Auf Basis der zuvor beschriebenen Eigenschaften der Zielgruppe ‚Nutzer ‘ lässt sich die Anzahl potenzieller Nutzer und damit die Marktgröße ermitteln. Die verwertbarsten Angaben zur Sportaktivität der Deutschen stammen aus dem Jahr 2012. Hiernach betreibt mehr als die Hälfte der Deutschen (55,5%) regelmäßig aktiv Sport, bei den unter 16-Jährigen sind es sogar nahezu zwei Drittel (64,2%). Zudem zeigt eine Studie des Robert-Koch-Instituts, dass insbesondere junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 29 Jahren (85% Männer und 84% Frauen) sportlich aktiv sind sowie, dass die sportliche Aktivität im Alter zwar sinkt, in der Altersspanne ab 65+ Jahren aber immer noch bei 51% liegt. Betrachtet man die Motive zur sportlichen Aktivität geben im Durchschnitt 47% der Sportaktiven an, dies vorzugsweise zu tun, um in der Natur zu sein. Eigene Untersuchungen zeigen, dass sogar nahezu drei Viertel der befragten Personen bevorzugt in der Natur oder im Park Sport treiben. Mit Blick auf den Anteil der Deutschen, die im urbanen Raum leben hat das Statistische Bundesamt im Jahr 2011 ermittelt, dass in den deutschen Großstädten (mehr als 100.000 Einwohner) inzwischen rund 25 Millionen Menschen leben. Demnach lebt jeder dritte Bürger im urbanen Raum. Unter der Annahme, dass sich die sportliche Aktivität in städtischen und ländlichen Regionen nicht signifikant unterscheidet, lässt sich die theoretische Zielgruppengröße potenzieller Nutzer des Share-Sports Angebot damit auf etwa 6,5 Mio. Personen beziffern.

Aufgrund der Zentralität der App im vorliegenden Geschäftsmodell sollte darüber hinaus eine Berücksichtigung des Anteils der Smartphonenutzer nach Altersgruppen in die Berechnung einfließen. Einer aktuellen Umfrage zufolge nutzen in der Altersspanne von 14 bis 64 Jahren durchschnittlich 79% der befragten Personen ein Smartphone. Dies sind in Summe 5,1 Millionen Nutzer (von 6,5 Mio.). Weiterhin ist davon auszugehen, dass nicht alle Sporttreibenden bereit sein werden Geld auszugeben, um das Angebot von Share-Sports zu nutzen. Hierzu kann lediglich auf eigene Erhebungen zurückgegriffen werden, wonach sich 78% der befragten Personen grundsätzlich bereit erklärt haben zur Nutzung des hier beschriebenen Angebots zu bezahlen. Auf Grundlage der 5,1 Mio. sportaffinen Smartphone-Nutzer in der Altersspanne von 14-64 Jahren würde sich die Zielgruppengröße potenzieller Nutzer in deutschen Großstädten auf etwa 4 Mio. Personen belaufen, die bereit sind für das Angebot zu bezahlen. Unter der Annahme, dass jeder mögliche Nutzer sich einmal pro Jahr ein Sportgerät mietet, ist die Marktgröße für Gesamtdeutschland auf 10 Mio. Euro pro Jahr zu beziffern. Übertragen auf die Stadt Berlin als Fokus zur Erprobung des Vorhabens im Rahmen einer Pilotphase ergibt sich bei einer Ausgangsgröße von 3,29 Millionen Einwohnern eine Zielgruppengröße von etwa 520.000 potenziellen Nutzern und damit eine Marktgröße von 1,3 Mio. Euro pro Jahr allein für die Stadt Berlin.

Geplante Entwicklung

Aktuell befindet sich das Projekt Share-Sports in der Finanzierungsphase (Seed-Phase). Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt dabei auf den beiden Punkten Forschung und Produktentwicklung. Die gegenwärtigen Informationen und Erkenntnisse basieren auf einem breiten Wissenstransfer aus Veranstaltungen (Fachtagung „Park.Sport.Bewegung“ in Berlin), Seminaren („Sport braucht Räume, Sportstätten entwickeln und planen“ in Hannover) und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Themen Share Economy und Sport im Rahmen der Masterarbeit von Robert Vogel.

Ein eigener Internetauftritt wurde realisiert und das Projekt ist in den sozialen Netzwerken vertreten. Für die Umsetzung der App und den Bau der Stationen gibt es konkrete Vereinbarungen bzw. detaillierte Kostenübersichten. Für die Anfertigung eines Stationsprototyps befinden wir uns im Austausch mit der Keba AG (Hersteller der DHL Packstationen), der Kienzler GmbH (Hersteller der Bike and Ride Boxen), der E. ZIEGLER Metallbearbeitung AG und der InPost SA (in Polen ansässig). Alle Unternehmen haben für die Herstellung einer Station konkrete Angebote unterbreitet, allerdings bedarf es bzgl. der Finanzierung weiterer Gespräche. Als mögliche Standortpartner konnten die Grün Berlin GmbH als Verwalter u.a. des Parks am Gleisdreieck und dem Tempelhofer Feld sowie die ProPotsdam GmbH, als Verwalter des Volksparks in Potsdam gewonnen werden. Alle Partner haben ihr Interesse an der Realisierung des Projekts schriftlich bekundet.

Mit dem Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) konnte zudem ein wichtiger Kooperationspartner für den Vertrieb gewonnen werden. Das INSPO untersucht die Sportentwicklung im kommunalen und interkommunalen Raum und entwickelt Handlungsstrategien für die künftige Sportraumgestaltung. Gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Ahner/Brehm entwickelt es konkrete Projekte für eine bewegungsfreundliche Gestaltung von Freiräumen und Grünflächen im kommunalen und städtischen Raum. Teil der Kooperation zwischen Share-Sports und dem INSPO ist die Einbeziehung von Share-Sports Stationen in künftige Planungsvorhaben.

Die Piobyte GmbH entwickelt zurzeit eine Alpha-Version der Applikation. Diese dient insbesondere der visuellen Darstellung sowie zum Test erster Funktionen. Sämtliche Lizenzen für die Software und deren Infrastruktur liegen vollumfänglich, exklusiv und unwiderruflich bei Share-Sports. Dies wurde vertraglich festgelegt.

Im ersten Jahr soll im Anschluss an die erfolgte Gründung der Share-Sports GmbH ein Prototyp einer Station in geeigneter Umgebung aufgestellt und getestet werden. Hierzu hat die Grün Berlin GmbH bereits angeboten einen Standort für den Zeitraum einer Pilotphase in einem von ihr verwalteten Park kostenfrei zur Verfügung zu stellen. In diesem Zeitraum werden Erfahrungswerte bzgl. der Nachfrage und des Nutzerverhaltens gesammelt. Diese erlauben eine bessere Planung künftiger Stationen (Adaptierbarkeit) und bilden die Grundlage für weitere Investorengespräche und Finanzierungsrunden. Parallel hierzu erfolgt die weitere Entwicklung der App. Vor allem die Kommunikation zwischen Smartphone und Station steht dabei im Vordergrund. Weitere grundlegende Funktionen umfassen das Bezahlsystem sowie die Stationen-Standortsuche. Im Laufe des ersten Jahres sollen erste Testergebnisse genutzt werden, um die Stationen, die App und die Website den Anforderungen und Bedürfnissen der Nutzer entsprechend weiterzuentwickeln. Einher geht die Umsetzung der technischen Infrastruktur (Server).

Im zweiten Jahr soll die Entwicklung der App mit der beschriebenen Matching-Funktion sowie dem Joining und Adhoc Joining fertiggestellt werden. Aufgrund der Tatsache, dass für die Erstellung eines Verhaltensprofils auf Grundlage eines Matching-Algorithmus zunächst Nutzerdaten generiert und analysiert werden müssen, planen wir mit dieser Funktion erst ab dem zweiten Jahr. Hierfür wird dann neben der Piobyte GmbH auch der von Share-Sports eingestellte Programmierer zuständig sein. Durch die Erweiterung um neue App-Funktionen und weitere Stationen in Berliner Grün- und Parkanlagen sollen Serviceverbesserungen für den Nutzer erreicht und neue Kunden gewonnen werden. Im Zuge zunehmender Akzeptanz durch die Nutzer und dem steigenden Bekanntheitsgrad forciert Share-Sports im zweiten Jahr zudem neue strategische Partnerschaften mit lokalen Kooperationspartnern.

Im Laufe des dritten Jahres soll die überregionale Expansion von Share-Sports in die urbanen Zentren Hamburg, Köln, Frankfurt, München, Stuttgart und Leipzig vorbereitet werden. Besonders attraktiv erscheint hier der Standort Hamburg mit dem Wilhemsburger Inselpark. Auch hier gab es bereits erste Gespräche mit Verantwortlichen, die nach erfolgreicher Testphase der Dienstleistung gerne auf das Angebot zurückgreifen möchten. Die Ausweitung der Standorte dient ebenso einer verstärkten Etablierung der Marke Share-Sports. Ziel ist es durch entsprechende Marketingstrategien Share-Sports als DAS qualitativ hochwertige, flexible und vielfältige Angebot im Freizeitsportsegment zu etablieren. Einher geht die fortlaufende Weiterentwicklung der App, die neben den Funktionsinhalten vor allem an die steigenden Zugriffszahlen angepasst werden muss. Gleichzeitig sollen die bestehenden Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Nutzern und auch den Stationen weiter optimiert und das Team von Share-Sports den wachsenden Anforderungen entsprechend sukzessive vergrößert werden.

Werte

Potenzielle Share-Sports Kunden sind:

• Endverbraucher / Nutzer

• Städte und Gemeinden sowie kommunale Einrichtungen

• Unternehmen und vergleichbare Kooperationspartner

1. Endverbraucher / Nutzer

Share-Sports richtet sein Angebot an Personen, die (1) aktiv Sporttreiben, die dies bevorzugt (2) im Park oder in der Natur tun und die (3) im urbanen Raum leben. Die Endverbraucher als Nutzer des Share-Sports Angebots profitieren vor allem von der Angebotsvielfalt sowie dem niedrigschwelligen Zugang zur Sportgeräteauswahl. Der Zugriff auf diese Sportgeräte ist mittels App über eine Station denkbar einfach und im Gegensatz zum Angebot von bspw. Sportvereinen jederzeit möglich. Ebenso ermöglicht die Bereitstellung über Gerätestationen in Kombination mit der App die größtmögliche Spontanität. Jedem potenziellen Nutzer, der sich mitunter ohnehin in seiner Freizeit an diesen Plätzen aufhält, wird die kurzfristige Nutzung von Sportgeräten sowie das Kennenlernen und Ausprobieren neuer Sportarten ermöglicht. Etwaige Planungen sowie der Aufwand zum Transport von Sportgeräten an geeignete Plätze entfallen. Während Fitnessstudios in der Regel nur geschlossene Räume bieten, offerieren andere Anbieter ausschließlich digitale Angebote (App), welche den Wunsch nach Unterstützung beim spontanen Sporttreiben in der Natur zwar erfüllen, jedoch auf wenige Sportarten (ohne Sportgeräte) beschränkt sind. Gleichermaßen ermöglicht die große Angebotsvielfalt dem Nutzer auf verschiedenste Sportgeräte aus der Station zuzugreifen und erhöht somit dessen Flexibilität bei der Auswahl ohne finanziellen Mehraufwand (flexible Nachfrage). Auf der anderen Seite bietet die Konstruktion der Sportgerätestationen Share-Sports als Anbieter die Möglichkeit auf veränderte Kundenwünsche und somit auf eine veränderte Nachfrage zu reagieren. In Abhängigkeit der jeweils aktuellen Nachfrage kann durch Austausch der Sportgeräte in den entsprechenden Fächern das Angebot an Trends und Entwicklungen im Sport angepasst, respektive auf saisonal bedingt veränderte Rahmenbedingungen (z.B. Winter und Sommer) flexibel reagiert werden (flexibles Angebot).

2. Städte und Gemeinden sowie kommunale Einrichtungen

Eine zweite Zielgruppe stellen Städte und Gemeinden sowie kommunale Einrichtungen dar. Träger öffentlicher Flächen profitieren insbesondere von Konstruktion, Ausmaß und Beschaffenheit der Stationen. Anstatt viel Geld zu investieren und größere Flächen bereitzustellen, die es bedarf um spezifische Sportplätze zu errichten, kann auf weniger als 5 qm Stellfläche eine Share-Sports Station in vorhandenen Parks und Grünanlagen aufgestellt werden. Dabei profitieren Städte und Gemeinden gleichermaßen von der Attraktivitätssteigerung durch ein innovatives Dienstleistungsangebot für den Sport- und Freizeitbereich. Im Raum Berlin zählen hierzu vor allem die Senatsverwaltungen für Inneres und Sport, Gesundheit und Soziales und Stadtentwicklung und Umwelt, die landeseigenen Betreibergesellschaften und deren Parkmanagement für die Berliner Grünflächen sowie insbesondere auch die Sport- und Grünflächenämter der jeweiligen Bezirke.

3. Unternehmen und vergleichbare Kooperationspartner

Das dritte Zielgruppensegment sind Unternehmen und vergleichbare Kooperationspartner. In diesem Bereich eröffnet Share-Sports vor allem Sportgeräteherstellern im B2B-Kundensegment neue Möglichkeiten die Akzeptanz ihrer (neuen) Produkte zu testen (Sportgerätetest). Durch die Bereitstellung von Sportgeräten in den Stationen erreichen die Hersteller eine größere Zielgruppe potenzieller Nutzer, um ihre Produkte zu testen und Feedback einzuholen. Somit verringert sich für die Hersteller der Aufwand bei der Markteinführung ihrer Produkte, da die Zugangshürde für die Kunden im Gegensatz zur Bereitstellung in Sportfachgeschäften geringer ist. Einen einfacheren und zugleich sichtbareren Zugang bietet kein Wettbewerber. Ebenso fallen große Sportartikelhersteller wie auch regional ansässige Sportfachgeschäfte und –Filialen sowie Berliner Sportvereine und Krankenkassen als Sponsoren und/oder Investoren in dieses Segment. Nicht zuletzt eignen sich die Gerätestationen aufgrund ihrer Sichtbarkeit und Lage ideal als Werbefläche, an der Kooperationspartner zielgruppenspezifische Werbung schalten können.

share-sports's Idee

Schreibe einen Kommentar

Live-Faktor

Dieser Balken zeigt auf einer Skala von 0-10 den Live-Faktor einer Idee und dem Gründer IM VERHÄLTNIS ZU ALLEN ANDEREN IDEEN UND GRÜNDERN an - 10 ist der beste, 0 der schlechteste Wert. Der grüne Balken verändert sich ständig, da er diese Idee in ein visuelles Verhältnis zu allen anderen Ideen bringt und alle Ideen ständig neue Votes, Kommentare, Bewertungen oder Expertenratings bekommen und die Gründer unterschiedlich aktiv sind. All das wirkt nämlich in diesen Algorithmus ein.
1 10

Abgegebene Bewertungen 6