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READYMADE - reduce.reuse.repeat

veröffentlicht am 28. August 2017 um 11:09

Kurzbeschreibung der Idee

READYMADE ist ein Sharingkonzept, bei dem innovative Designerwohnmöbel online vermietet, anstatt verkauft werden. Lieferung, Abholung und die Pflege der Möbel werden durch READYMADE gewährleistet.

What is essential for you?

Beschreibung der Idee

READYMADE ist wie Car-To-Go für Möbel: Wir haben ein Kontingent an Wohnmöbeln, die wir für einen bestimmten Zeitraum vermieten. Der Kunde zahlt einmalig eine Mitgliedschaftsgebühr, um das Angebot in Anspruch nehmen zu können und kann sich dann im Online-Shop die Möbel aussuchen, die er gerade braucht. Für diese zahlt er dann monatlich Miete und kann sie ab 6 Monaten solange behalten, wie er möchte.  Die Lieferung, Abholung und die Pflege der Möbel nach ihrer Rückkehr werden durch uns in Zusammenarbeit mit einem Logistikpartner und einer Schreinerei gewährleistet. Wenn die Möbel dem Kunden so gut gefallen, dass er sich gar nicht mehr zurückgeben will, kann er sie uns nach einem Jahr auch abkaufen. Der Kunde braucht für einen Wechsel in eine neue Stadt also keinen nervigen Umzug mehr organisieren, sondern kann sich auf sich selbst und die neue Stadt konzentrieren.

Warum die Idee zu mir passt:

Ich (Melusine) habe 2014 ihren M.A. in Philosophie, Soziologie sowie Medienwissenschaften an der Universität Frankfurt absolviert. Ein Schwerpunkt meines Studiums war die philosophische Ästhetik, die sowohl Kunst als auch Design und den Zusammenhang mit sozialen Aspekten zum Gegenstand hat. Der andere Themenbereich, der mich fesselte, war Klimagerechtigkeit und internationale Beziehungen. 2013 gründete ich deswegen mit einer Kommilitonin die NGO academic experience Worldwide e.V., eine Organisation für hochqualifizierte und akademische Geflüchtete. Bis Juni 2016 war ich dort nicht nur Gründerin, sondern auch als Vorstandsvorsitzende und Leiterin des Public Affairs Teams tätig. Es ging bei meiner Arbeit zentral darum, über Fluchtursachen aufzuklären und insbesondere jungen Menschen die Zusammenhänge zwischen ihrem Konsum und den damit einhergehenden Folgen für Umwelt und Menschen anschaulich zu machen. Seit 2015 bin ich freiberuflich tätig für Social Startups und unterstütze diese bei der Konzeptionierung, Realisierung und Kommunikation. Ich traf letztes Jahr dann einen Freund aus Jugendzeiten zufällig wieder, der inzwischen Tischler und Eventmanager geworden war, und sprach mit ihm über die Problematik, ethisch zu handeln und dabei trotzdem wirtschaftlich zu sein. Als Tischler kam ihm sofort die Möbelbranche in den Sinn, die eine extrem schlechte Umweltbilanz hat und im Gegensatz zum Textilbereich von ethischen Umstrukturierungen noch relativ wenig mitbekommen hat. Julian hat außerdem während seiner Tätigkeit als Eventmanager in Berlin als moderner Nomade absolut minimalistisch gelebt und dabei am eigenen Leib erfahren, worauf es dabei ankommt. Julian gründete schon während der Schulzeit gemeinsam mit anderen Jugendlichen den Verein DettenRockt e.V. und rief damit das gleichnamige Festival gegen Rassismus und Diskriminierung ins Leben. Bis er sein Studium an der FH Aachen im Fach Holzingenieurwesen begann, arbeitete er als Tischler mit dem Schwerpunkt Instandhaltung bei Fac’t GmbH in Münster. Als Quereinsteiger im Bereich Veranstaltungsmanagement kam er 2014 nach Berlin und war als Projektassistenz später dann als Projektleiter bei Team Bernstein GmbH tätig. Nach seiner Zeit bei Team Bernstein selbstständig und baute Messestände und Eventmöbel für Kunden wie Adidas, Google Play und Porsche. Julian Kordt ist also der Teil des Gründungsteams, der sich seit mehreren Jahren mit Möbeln beschäftigt, wodurch er sein praktisches Wissen über Herstellung und Instandhaltung sowie Anforderungen und Möglichkeiten der verschiedenen Materialien einbringt. In den Bereichen IT und Finanzen werden wir durch Jakob (Wirtschaftsingenieur) und Rainer (Plattformentwicklung) unterstützt, die uns dabei helfen, die Vision von Möbelsharing Wirklichkeit werden zu lassen.

Welches Problem wird gelöst?

Zusätzlich zum kostengünstigen Komfort des Vertriebsmodells sind Nachhaltigkeit und Designaspekte zentrale Anliegen: Durch den Sharing-Aspekt werden nachhaltige und innovative Möbelkonzepte für jeden bezahlbar. Insbesondere Nachhaltigkeit ist bislang ein Luxus in der Möbelbranche, den sich nur wenige Zielgruppen leisten können. Nachhaltige Betten fangen beispielsweise bei Preisen um die 2.000€ an. Die herkömmliche Möbelbranche orientiert sich außerdem weiterhin an der Einbahnstraße: Konsum mit anschließender oder aufgeschobener Verschrottung. In Deutschland werden so jährlich über 7 Millionen Tonnen Möbel entsorgt. Durch den Kreislauf, den Möbel bei READYMADE durchlaufen, wird ein nachhaltiger Umgang mit Möbeln für die breite Masse zugänglich und die Möbelbranche revolutioniert. Minimalismus und achtsamer Konsum sind nicht nur Trend, sondern auch notwendig für alle Branchen, umzusetzen, wenn dem Klimawandel wirksam entgegen gearbeitet werden soll. Aus diesem Grund wurden am 25. September 2015 die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen verabschiedet, von denen das 12. Ziel lautet: Responsible Consumption and Production – Ensure sustainable consumption and production patterns. Das Vertriebsmodell READYMADE ist ein solch nachhaltiges Konsummuster für die Möbelbranche.

 

Welche Vorteile vor anderen Produkten/Dienstleistungen hat die eingereichte Idee? (USP)

Der READYMADE-Kunde hat in erster Linie zwei Anliegen: Flexibilität und Einfachheit. Er ist ein Student, ein Expatriot oder er ist ein Freelancer, Projektarbeiter oder Pendler, der nicht länger als ein paar Monate planen kann und nomadisch von Projekt zu Projekt zieht. Er will sich in jedem Fall darauf konzentrieren, weswegen er in der Stadt ist - Studium, Arbeit oder Projekt - und will sich nicht unnötig lange mit der Einrichtung seiner Wohnung befassen, hat aber trotzdem das Bedürfnis nach einer gehobenen und repräsentativen Einrichtung. Etwas dauerhaft anschaffen, will er allerdings nicht unbedingt, denn das würde seinen nächsten Umzug nur noch nerviger machen und seine Flexibilität einschränken. Außerdem entspricht ein hop-und-weg Umgang mit Konsumgütern nicht seinem ethischen Anspruch, denn er ist gut gebildet, interessiert an gesellschaftlichem Fortschritt und denkt global. Hochwertige Wohnmöbel von jedem Ort aus über einen Onlineshop zu mieten, sie zu einem gewünschten Zeitpunkt in die neue Wohnung geliefert zu bekommen und ebenso simpel wieder los zu werden, machen Flexibilität und Innovation endlich auch beim Thema Wohnen möglich und bezahlbar. Bislang gibt es kein derartiges Angebot in Deutschland. Das Vertriebssystem READYMADE ist deswegen die Antwort auf die Bedürfnisse von urbanen Nomaden, Minimalisten und der sogenannten Generation Y: schnell, nachhaltig und flexibel.

Ein nahezu vollständig geschlossener Kreislauf

Wofür engagierst Du Dich mit dieser Idee?

Flexibilität und Minimalismus sind die Trends, die das gesellschaftliche Leben aktuell prägen. Der sich verändernde Arbeitsmarkt und die fortschreitende Urbanisierung erfordern vielerorts ein modernes Nomadenleben. So entstehen neue Formen des Gemeinschaftslebens, die in der Verbreitung von Sharing-Modellen in fast allen Lebensbereichen Ausdruck finden. Auch Nachhaltigkeit ist von einem Nischenthema zu einer generellen Konsumforderung geworden. Die etablierte Möbelindustrie ist bisher jedoch weder Willens noch in der Lage auf diese miteinander verschränkten Themen zu reagieren: Die Anfertigung nachhaltiger Möbel ist weiterhin zu teuer, die gängigen Möbelkonzepte weiterhin zu sperrig und gemeinschaftlich wird der Möbelkonsum höchstens durch Ebay-Kleinanzeigen. Sharing und Flexibilität sollen durch READYMADE deswegen endlich auch für den Möbelmarkt ermöglicht werden. Minimalismus wird auf diese Weise außerdem alltagstauglich sowie simpel umsetzbar.

Risiken & Herausforderungen

Ein Risiko des Unternehmens, ist die hohe Beanspruchung der Möbel bei der Vermietung. Falls die Möbelsubstanz absehbar die Vermietung von 60 Monate nicht durchhält, kann durch die regelmäßige Kontrolle bei Abholung frühzeitig der Abverkauf eingeleitet werden.

Für das Risiko, dass keine Nachfrage nach dem Angebot besteht, ist der vorzeitige Abverkauf des Sortiments neben der Anpassung der sonstigen Angebote ebenfalls eine mögliche Maßnahme. Darüber hinaus kann das Marketing verstärkt und ausgeweitet werden.

Es besteht das Risiko, dass der Sharing-Aspekt des Geschäftsmodells durch einzelne Kunden massiver ausgenutzt wird, als angenommen (Diebstahl oder mutwillige Beschädigung der Möbel). Dem wird einerseits durch Markenbindung und Eintrittsbeschränkung in den Club vorgebeugt, andererseits wird eine Schufa-Auskunft und eine Kautionsversicherung vorausgesetzt.

Die größte Herausforderung besteht natürlich darin, die notwendige Investition für den Proof of Concept zu bekommen. Hier hoffen wir auf Impact Investoren, die sich weniger von hohen Renditen als der Förderung von nachhaltiger Innovation leiten lassen.

Kategorie

Dienstleistungen, Nachhaltigkeit / Umwelt, Urbanes Leben

Szenario

Du hast gerade Deine ersten Aufträge bekommen, seit dem Du Dich selbstständig gemacht hast. Natürlich nichts womit man langfristig planen kann, aber das Gehalt kann sich trotzdem sehen lassen, sodass Du Dir in der Nähe des Kunden eine kleine Wohnung leisten kannst. Aber die ist ganz schön leer, wenn Du da nur die Möbel reinstellst, die vorher in Deinem WG-Zimmer waren. Und eigentlich willst Du das WG-Zimmer auch gar nicht aufgeben, wer weiß, ob der Auftrag verlängert wird oder was sich noch für Optionen ergeben im nächsten Jahr. Aber jetzt neue Möbel anschaffen? Zu IKEA gehst Du nicht, weil Du weder die Produktionsbedingungen noch die Qualität der Möbel überzeugend findest. Außerdem möchtest Du nicht das haben, was in jedem zweiten Zimmer in Deutschland steht. Du möchtest irgendwie auch was besonderes, vor allem einen komfortablen Schreibtisch. Also trittst Du dem READYMADE-Club bei und mietest erstmal für ein halbes Jahr einen modularen Schreibtisch, ein raffiniertes Regalsystem und ein Bett aus Holz. Dazu gönnst Du Dir noch eins der exklusiven Designs, einfach mal zu ausprobieren. Nach dem halben Jahr winkt ein Angebot, bei dem Du für ein paar Monate ins Ausland musst. Warum nicht? Du kündigst Deine Wohnung, die Möbel werden wieder abgeholt und Du musst Dich um nichts kümmern. Aber wenn Du wieder kommst, warten die Möbel im Club auf Dich - für welche entscheidest Du Dich diesmal?

Geplante Entwicklung

Wir haben bereits mit der Öffentlichkeitsarbeit begonnen, um das Markenimage von READYMADE zu gestalten. Hierzu sind wir auf Veranstaltungen rund um Sharing, Nachhaltigkeit und Innovation unterwegs und stellen die Idee dort vor (bspw. das Z2X Festival in Berlin, das TechFestival in Kopenhagen oder Rock your Startup).Im Winter 2017 soll der erste Testdurchlauf starten, um einen Proof of Concept zu liefern und das entwickelte Vorgehen zu testen. Hierfür sollen nicht nur "normale" Kunden, sondern auch Homestager gewonnen werden. Eine Präsentation des Konzepts auf der Internationalen Möbelmesse 2018 wird gemeinsam mit den schon gewonnen Partnern realisiert. Mitte 2018 soll der Markteintritt erfolgen und im ersten Schritt nur in NRW umgesetzt werden.

Werte

Minimalismus, Sharing und Flexibilität.

Induziert durch die Veränderungen des Arbeitsmarktes und dessen anhaltende Flexibilisierung, werden auch kulturelle und moralische Bindungen variabel. Dieser Emanzipationsprozess führt nicht dazu, dass junge Menschen heute keine Traditionen oder Überzeugungen mehr haben, sondern dass auch diese inzwischen flexibel geworden und Teil eines persönlichen Aushandlungsverfahrens mit sich selbst und der eigenen Peergroup sind.
Millennials gelten als gut ausgebildet und technologieaffin. Soziale Netzwerke stellen einen wichtigen Aspekt ihrer Persönlichkeitsentwicklung dar. Dichte soziale Netzwerke umgeben das Individuum, die nicht auf persönlichen Kontakt beschränkt sind, sondern weltweit, unabhängig von gemeinsamen Kontexten und jederzeit bestehen. Millennials arbeiten in virtuellen Teams und bevorzugen flache Hierarchien. Sinn bzw. Freude an der Arbeit stellen sie vor Status und Prestige. Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Freizeit sind eine zentrale Forderung der Millennials, verbunden mit der Suche nach Freiräumen und Selbstverwirklichung. Nach Klaus Hurrelmann und Erik Albrecht resultiert dies aus einem gewohnten Umgang mit Krisen und Unsicherheiten der Lebensplanung. Obwohl aus den wenig gradlinigen Lebensläufen der Millennials zeitweise übermäßiger Stress und periodische Arbeitslosigkeit resultieren, bevorzugen sie die damit einhergehende Unabhängigkeit und Freiheit. Hurrelmann und Albrecht bezeichnen die Millennials als „Egotaktiker“, die Entscheidungen schnell und selbstbewusst auf die eigenen Vorteile und das eigene Wohlbefinden hin treffen. Auf diese selbstbewusste Schnelllebigkeit ist das einfache und komfortable Angebot von READYMADE zugeschnitten.
Anstatt sich politisch zu engagieren, werden ethische Überzeugungen über Konsumentscheidungen ausgedrückt und so sichtbar mit anderen geteilt. Trends gewinnen in diesem Zusammenhang an Bedeutung – insbesondere solche, die aus einem flexibilisierten Leben einen entsprechenden, selbstgewählten Lifestyle machen.

Die Zuordnung der Millennials aufgrund ihres Geburtsjahres ist allerdings ungenau und lässt außer Acht, dass nicht alle Vertreter dieser Generation den Charakteristiken entsprechen, welche hervorstechende Gruppierungen in der Wahrnehmung erzeugen. Ein weiteres Konzept, das die Zielgruppe definiert, deren Eigenschaften den Milliennials zugeschrieben werden, entstammt der Diffusionstheorie nach Everett Rogers. Innovationen bzw. Trends und ihre Adaption sind nach dieser Theorie weder zufällig noch spontan, sondern lassen sich vielmehr als reproduzierbarer sozialer Prozess beschreiben. Der daraus entstehende Innovationszyklus zeigt den Anteil derjenigen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt Teil an der jeweiligen Innovation nehmen. Von besonderer Bedeutung für READYMADE sind zunächst die sogenannten „Innovatoren“ sowie im weiteren Verlauf die „Frühzeitigen Anwender“ (Early Adopters). Die Innovatoren sind diejenigen, die ein Produkt sozusagen als Erste kaufen und testen – direkt zu Beginn der Marktentwicklung. 2,5% der Kunden werden ihnen zugeordnet. Die Early Adopters (13,5%) folgen den Innovatoren, wenn das Produkt schon einen geringen Marktanteil etablieren konnte und führen dazu, dass die „frühe Mehrheit“ gewonnen werden kann. Ergänzt wird diese Zielgruppe durch die Betonung des LOHAS: Lifestyle of Health and Sustainablity. LOHAS treffen den Großteil ihrer Konsumentscheidungen unter ethischen und nachhaltigen Gesichtspunkten, da sie auf diese Weise einen gewissen Druck auf den Markt ausüben können, entsprechende Werte umzusetzen.

readymade's Idee

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