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Kommentare

echterdoc
23. February 2018 15:47

@pebu: danke für den Kommentar. Absolut richtig. Sowohl Pflegefall-Tool als auch mein inzwischen vom Facultas-Maudrich-Verlag herausgegebene Patientenratgeber "Pflegefall? Nein, danke! - Mit der Patientenverfügung selbst entscheiden" spricht die Zielgruppe 30+ an. Selbstverständlich ist der Ausdruck der Abfrage dazu geeignet, die Fragen und Antworten als "roten Faden" für ein Gespräch über dieses Thema zu verwenden. Und zwar nicht nur für ein Beratungsgespräch mit dem Arzt, sondern auch für ein erklärendes Gespräch mit seinen Angehörigen. Denn auch sie sollen wissen, was ich mir bei meinem Lebensende/für mein Lebensende wünsche. Vielleicht oder sogar wahrscheinlich werden sie es sein, die meine Wünsche gegenüber Intensivmedizinern werden durchsetzen müssen. Sie sollen schließlich meinen Willen umsetzen und durchsetzen und sich nicht ein Leben lang mit Gewissenskonflikten belasten, ob sie für mich oder über mich richtig entschieden haben.

pebu
23. February 2018 13:47

Obwohl ich noch nicht sooo alt bin, denke ich über das Thema Patientenverfügung nach. Man kann ja auch einen Unfall erleiden oder krank werden und infolge dessen das Bewusstsein verlieren. Wenn man in so einer Lage seinen Willen nicht dokumentiert hat, entscheiden andere. Ein Tool, das einem hilft, zu einer klaren Entscheidung zu kommen, füllt wirklich eine Lücke. Man kann mit der ausgedruckten Verfügung trotzdem noch zu einem Arzt gehen und sich beraten lassen.

echterdoc
22. September 2017 17:40

Hallo Adrian,

Danke für diese essentielle Frage, die mir zeigt, wie ein Außenstehender denkt, was er wissen möchte, und worauf es ihm ankommt.

Der wesentliche Unterschied zwischen PFLEGEFALLTOOL und einer traditionellen Patientenverfügung ist folgender: Eine traditionelle Patientenverfügung richtet sich an einen (meist fremden) Arzt, während sich PFLEGEFALLTOOL an den User richtet - nämlich dass sich der User und spätere Verfüger über eine bestimmte medizinische Maßnahme erst selbst seine Meinung bildet, bevor er sie in der Patientenverfügung ablehnt. Das geschieht durch den Fragen- und Antwortenkatalog von PFLEGEFALLTOOL. Zum zweiten kann man mit PFLEGEFALLTOOL für jede medizinische Maßnahme eine individuelle Antwort berechnen. Ganz egal ob es sich bei der Maßnahme um eine Operation, um eine Untersuchung, um ein Medikament, um die Dialyse, um Wiederbelebungsmaßnahmen, um künstliche Ernährung oder Beatmung handelt. Bei PFLEGEFALLTOOL ist immer die Maßnahme Ausgangspunkt einer individuellen Berechnung. Und schließlich lernt der Anwender über den Fragen- und Antwortenkatalog von PFLEGEFALLTOOL auch die Situation zu beurteilen, in der er die Maßnahme ablehnen möchte. Darunter ist natürlich nicht eine bestimmte medizinische Situation zu verstehen, sondern seine persönliche Situation. PFLEGEFALLTOOL nimmt den Anwender "an der Hand", sodass er sich jederzeit mit diesem - wie Du richtig schreibst, immer relevanter werdenden - aber doch sehr komplexen Thema beschäftigen und auseinandersetzen kann. Das ist auch für die jährliche Überprüfung und Erneuerung einer (herkömmlichen) Patientenverfügung wichtig - so wie es das BMJV empfiehlt. Bei der Investition in ein ärztliches Beratungsgespräch bekommt man "nur" medizinische Maßnahmen erklärt, die einem der Arzt zur Auswahl stellt. Nicht aber kann man jederzeit (weil per Internet) eine Maßnahme abfragen, die man z. B. beim Besuch im Altersheim, bei jemandem anderen gesehen hat. Vielleicht frage ich mich: würde ich das an mir machen lassen wollen? Der Jurist wiederum kann für das an ihn zu bezahlende Honorar auch nur eine medizinische Maßnahme in eine Patientenverfügung formulieren, die ich ihm mitteile. Für den Preis zwischen € 2,50 und € 3,30 bekommt man am PFLEGEFALLTOOL aber nicht nur den automatisiert berechneten Ergebnisvorschlag für eine medizinische Maßnahme, an dem man seine Willensbildung und Entscheidungsfindung ausrichten kann, sondern auch die formulierte Patientenverfügung dazu.

squiek
20. September 2017 20:57

Hallo,
das Projekt berührt ein interessantes Thema und im Rahmen der zunehmenden Alterung der Gesellschaft nimmt die Relevanz sicherlich ebenfalls zu.
Wie ist die Investition in die Nutzung des Pflegefalltools im Vergleich zu einer auf "normalem" Weg erstellten Patientenverfügung zu sehen?

Viele Grüße
Adrian