Kommentare

nqtuan
27. September 2014 22:27

Hallo Christian, wenn ich die Zahlen aus den letzten Arzneiverordnungs-Reports und deren Entwicklung in den letzten Jahren betrachte gefällt mir Deine Idee sehr gut. Schätzungsweise werden wir in ersten 1/2 Jahr im 2014 wieder einen Anstieg der Ausgabe für Medikamente von 9,1% haben. Bei mehr als jährlich 30 Milliarden gebe es bestimmt viele Potentiale für die Optimierung und damit für Deine Ideen. Jenseits der Zahlen finde ich Deine Idee sehr disruptive vor allem im Bezug auf die heutigen Struktur (und Verhalten) der Pharmaindustrie.

christianschmitz
26. September 2014 21:41

Hallo Franzisaka, wir denken über 2 verschiedene revenue models nach:

1.) X+1: je nach Medikament und Restmenge pro Patient, kann ein weiterer Patient (+1) behandelt werden, denn die Restmenge kann verwendet werden und steril / nach GMP Bedigungen produziert / vorbereitet werden. Diese Modell (Details können hier noch nicht erläutert werden) wäre nach unserer Einschätzung nach ein sehr ertragreiches 'Brot & Butter Geschäft', wenn man die Anzahl der Patienten mit Kolon- und Brustkrebs deutschlandweit in Betracht zieht.

aber... mich reizt eine andere, weniger auf den absoluten Umsatz bezogene Idee, weit mehr. Wie viele Kommentare hier im feed-back Bereich schon aus dem Bauchgefühl her geunkt haben, wird der ein oder andere stakeholder unserer Idee gerne den garaus machen.

2.) Ich verfolge eine zweite Strategie, die zukünftig kooperierende Apotheken eher und zahlreicher als Vertriebspartner in die Wertschöpfungskette von BioCompound einbinden wird, weil die Apotheken zahlreicher sein werden und auch mehr verdienen werden. Eine höhere Partizipierung wird durch höhere Margen für die Apotheker erreicht, was natürlich zu lasten von BioCompound gehen wird. Betrachtet man aber Nettomargen von 3 - 6% von pharmazeutischen Großhändlern, wird BioCompound trotzdem deutlich darüber liegen.

Mit Strategie 2 verfolge ich eher ein persönliches Ziel: ich möchte der 'Architekt' meiner Idee sein und mit einer starken Strategie, den deutschlandweiten roll-out ermöglichen. Die Pharmalobby könnte langfristig BioCompound bekämpfen wollen, aber Teil der 2. Strategie wird es auch sein, den Pharmaerzeugern höhere Umsätze zu ermöglichen, da die sog. 3rd-line Therapien in 2nd-line oder sogar 1-line Therapien umgewandelt werden, da die Arzneimittelpreise langfristig sinken, aber die Umsätze bei den Pharmaunternehmen steigen werden (mehr Patienten werden die 'neue' 1-line Therapie erhalten + mehr Patienten mit Krebserkrankungen durch alternde Bevölkerung). Am Ende steht bei Strategie 2 auch der Patient wieder im Fordergrund, da er mit einer effektiveren Methode behandelt wird, die dank BioCompound günstiger zur Verfügung gestellt werden kann.

Gruß
Christian

franziskaahnert
26. September 2014 15:28

Hallo Christian, danke für Deinen Kommentar - ich habe Dir auf meiner Seite auch schon dazu geantwortet :). Jetzt zu Deinem Konzept: Mir gefällt es sehr gut, weil es natürlich nicht nur für die Patienten günstiger wird, sondern auch noch Ressourcen spart und die Umweltbelastungen durch die Entsorgung von nicht-verbrauchten Medikamenten zurückgehen würden. Aber wie genau sieht dann Businessmodell aus - wie verdienst DU daran? ...Oder habe ich das überlesen? Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Erfolg! Franzi Scientific'>https://www.gruenden-live.de/ideenwettbewerb/2/1163">Scientific Musketeers

dheles
25. September 2014 18:53

Hallo Christian,
ich habe mir jetzt nochmal deine Idee und die Kommentare dazu angeschaut. Habe ich vielleicht etwas übersehen. Habe die Antwort auf meine Frage noch nicht gefunden und das würde mich wirklich sehr interessieren: Wie habt ihr euch gedacht, mit BioCompound Geld zu verdienen?
Ich denke, dass ist eine Farge, die man sich ganz ehrlich selbst beantworten muss.
Auf jeden Fall wünsche ich Euch viel Erfolg mit der Umsetzung Eurer Idee.
Wäre super, wenn Ihr vielleicht eine Anregung zu unserer Idee hättet. Bin dankbar für jeden Hinweis
https://www.gruenden-live.de/ideenwettbewerb/2/1085/

quark
25. September 2014 9:36

Hallo Christian,
das ist ein super Ansatz, viele Medikamente werden auch z.B. in privaten Haushalten so lange aufgehoben, bis sie das Verfallsdatum überschritten haben und müssen anschließend entsorgt werden. Schlimm ist dies, wenn die Medikamente dann über das Abwassersystem entsorgt werden. Ich denke Schmerztabletten etc. sollte jeder als kleinen Vorrat zu Hause haben, allerdings geht es in deinem Konzept ja um etwas anderes.
Ich hoffe nur, dass die Pharmakonzerne dann nicht einfach die Preise für die Medikamente anheben, um einen Ausgleich für ihre Gewinne zu schaffen.
Dein Ansatz, dass durch die Kostenersparnis für die Krankenkassen auf der einen Seite ggf. bessere aber teurere Medikamente auf der anderen Seite zum Einsatz kommen ist auch nur zu wünschen. Leider streichen sich häufig dann die Manager noch ein bisschen von dem zusätzlich gesparten Geld ein, anstatt diese freien Gelder sinnvoll zu investieren.

Ich wünsche dir viel Erfolg weiterhin mit deiner Idee und deinem Konzept und hoffe, dass dadurch wirklich ein nachhaltiges Umdenken entsteht.

Viele Grüße
Martin

christianschmitz
23. September 2014 14:21

@ oscararagon
Frage zu Funktion und Partnerschaft mit Apotheken im Geschäftsmodell von Biocompound:

Die Apotheken nehmen in Deutschland eine zentrale Position in der Lieferkette von pharmazeutischen Produkten ein. Tatsächlich sind Apotheken die einzigen Teilnehmer der Wertschöpfungskette im Gesundheitssystem, die über den Verkauf von pharmazeutischen Produkten direkt Umsatz mit dem Endkunden (Patient) machen. Diese Funktion der Medikamentenabgabe regelt das Arzneimittelgesetz (AMG). BioCompound wird die Funktion eines Herstellers einnehmen und hat besitzt aus diesem Grund auch den Status eines pharmazeutischen Herstellungsbetriebs; und somit keine Vertriebsrechte an den Endkunden, wie im AMG vorgeschrieben. Daher benötigt BioCompound Apotheken als Vertriebszentren in Deutschland.

Apotheken werden über BioCompound eine zusätzliche Einnahmequelle generieren. Zusatzgeschäfte, also Dienstleistungen die über das 'übliche' Apothekengeschäft hinausgehen, sind heute Standart bei fast allen Apotheken. Der Hintergrund sind die klar geregelten Margen der Apotheker, wenn es um den Vertrieb/Verkauf von Arzneimitteln geht. Von Zuzahlung bis zur Marge auf das jeweilge Produkt, alles ist geregelt... und für viele Apotheken als Kerngeschäft heute schon nicht mehr attraktiv. Daher wünschen sich Apotheken sogar neue Geschäftsmodelle, solange sie verdienen und das Risiko kalkulierbar / geregelt ist.

christianschmitz
22. September 2014 13:43

@ ping:
zum ersten Absatz (Häufigkeit der Einnahme):
Medikamente (oder auch Zubereitungen) für die parenterale Verabreichung, also steril und meißt intravenös (IV), müssen von Fachpersonal (Ärzte, Schwestern, etc) verarbreicht werden und werden daher dem Patienten nicht mit nach Hause gegeben. Die Medikamente, auf die sich das Geschäftsmodell von BioCompound bezieht, werden in der ersten Phase ausschließlich IV Präparate sein, die vornehmlich in der Onkologie eingesetzt werden. Diese Produkte werden ausschließlich in Tageskliniken oder bei niedergelassenen Ärzten verabreicht. Da dies im Rahmen der patienten-spezifischen Therapie sowieso geschen würde, entstehen keine zusätzlichen Kosten für das Gesundheitssystem.

Pharmalobby, Patente: Ich hatte schon in einem vorherigen Kommentar beschrieben, dass langfristig zusätzliche Umsätze für Big Pharma dadurch entstehen, da sich durch die patienten-spezifische Bereitstellung von extrem teuren Medikamenten durch BioCompound, die Kosten für den individuellen Patienten reduzieren. Tatsächlich werden also die Medikamentenpreise nicht geringer werden, aber da der Patient nicht mehr eine volle Packung bezahlen muss (also die Kasse), sondern nur noch eine patienten-spezifische Menge, reduzieren sich die Kosten. Diese Kostenersparnis der Versicherer sollte nach einer
Weile dazu führen, dass die Kassen mehr Patienten als zuvor mit dem teuren (und wirksameren) Medikament behandeln. Mit anderen Worten: eine 3rd-line Therapie könnte zur 2-nd line oder sogar zur 1-st line Therapie werden.

Ein Beispiel: in den USA ist die Behandlung mit Erbitux (therapeutische monoklonaler Antikörper zur Behandlung von kolorektal Karzinom und bestimmten Formen von Lungenkrebs) eine sog. 1-line Therapie und wird von den Versicherungen erstattet. In Deutschland werden die gleichen Erkrankungen erst mit klassischen Zytostatika behandelt, die erhebliche Nebenwirkungen haben, aber wesentlich günstiger sind. Erst nach nicht-erfolgreicher Therapie, kann auch Erbitux als (2-nd oder 3-rd line) nächste Therapie angewendet werden. BioCompound würde durch die Kostenreduktion dazu beitragen, dass 3rd-line zu 1-st line Therapien würden und somit Big Pharma langfristig höher Umsätze hätte. Tatsächlich müssen wir abwarten, wie sich Big Pharma anfänglich gebenüber dem Geschäftsmodell verhält.

Konkurrenzsituation / Schutz vor Copy-cats:
BioCompound wird ein Spezialdienstleister für die Bereitstellung von patienten-spezifsch dosierter Medikation sein. Das Modell geht davon aus, dass eine Reihe von Aktivitäten (Einkauf, Projektmanagement, Herstellung, Logistik, Qualitätskontrolle, Business Development) von 'new entrants' nicht ohne weiteres kopiert werden kann. Speziell im Bereich des Qualitätsmanagements wird BIoCompound besondere Stärken aufweisen, die auch zur Kundenbindung beitragen werden.

christianschmitz
22. September 2014 12:50

@ Team Saronia: eine Kooperation mit Apotheken (Vertriebpartner) gibt es bis jetzt nicht, aber es wurden erste Gespräche geführt.

Zuerst wird ein nationaler roll-out angestrebt, denn das Modell soll erst einmal in Deutschland erprobt und etabliert werden. Hintergrund sind die strikten Regularien in Deutschland, an die das Modell angepasst werden muss bzw. in die das Modell 'eingefügt' werden muss. Mit 'einfügen' meine ich, dass durch die Neuartigkeit des Geschäftsmodells Arbeitsprozesse mit Behörden abgestimmt werden müssen. Da wir uns in einem föderalen System bewegen, müssen auch bundeslandspezifische Regelungen beachtet werden.

Gerade in Gesundheitswesen gibt es länderspezfische Unterschiede (auf EU Ebene und global sowieso), die einen internationalen roll-out nicht unbedingt zulassen. Daher konzentriert sich BioCompound in der Frühphase zuerst auf Deutschland.

christianschmitz
22. September 2014 12:39

@ Ralf Bremer: ja, es ist möglich, dass wenn das Modell deutschlandweit skaliert wird, das politische Unterstützung und auch Unterstützung von den KVs benötigt wird. Hier muss über die Zeit herausgefunden werden, welche Interessenslagen die jeweiligen Stakeholder wirklich verfolgen. Es ist möglich, dass einfach nur Kosten sparen, gar nicht gewünscht ist, weil andere Kräfte im Markt wirken (bestehende Rabattverträge, langfirstige Versorgungsverträge und Konkurrenzdruck von anderen KVs), als die die uns derzeit bekannt sind.
Danke für Deinen Kommentar.

21. September 2014 19:35

Hallo Christian, ich finde es sehr gut, dass du bei einer Branche wie deiner überdurchschnittlich viel über deine Person und deine Motivation geschrieben hast - das hat das Projekt sehr glaubhaft gemacht und ich hätte mir schon in der Beschreibung der Idee einen kurzen Satz zu deinem beruflichen Erfahrungsreichtum gewünscht. Alles in allem hört sich deine Idee natürlich toll an, aber ich muss zugeben, sie erst nach Lesen der Kommentare ganz verstanden zu haben. Einige deiner Erklärungen gehören meiner Meinung nach unbedingt in die Ideenbeschreibung, so wie dass ihr Hersteller sein werdet, dass es wirklich "legal" ist usw. Ich fand den einen Kommentar auch sehr gut, wo nach dem Prozessschritt, in dem ihr ins Spiel kommt, gefragt wurde. Mir würde als Leser zum Beispiel helfen, wenn du bei der Ideenbeschreibung kurz anhand einer Persona sagst: Das ist Elisabeth, so verläuft es mit ihrer Medikation heute und so würde es beim Hinzuziehen von Biocompound verlaufen. Für viele Fachfremde besteht glaube ich einfach ein gewisser Erklärungsbedarf, aber ansonsten eine super Idee von Dir! Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Viele Grüße von
Lisa von traumhelm,'>https://www.gruenden-live.de/ideenwettbewerb/2/1202/">traumhelm, der Fahrradhelm deiner Träume

ralfbremer
21. September 2014 12:42

Mutige Idee zu einem wichtigen Thema: Ineffizienz im Gesundheitssystem. Lohnt sich gerade wegen der genannten Risiken, weiter verfolgt zu werden. Braucht aber vermutlich politische Unterstuetzung bzw. durch Verbaende.

soosap
21. September 2014 12:16

Hallo Christian,

Vorweg möchte ich erst mal sagen, dass ich deine Idee echt bewundernswert finde.
Des Öfteren habe ich schon viel über verschwendete Arzneimittel in den verschiedensten Pharmakonzernen und allgemein in der Pharmaindustrie gehört.
Dieser Vergeudung & Misswirtschaft entgegenzuwirken, scheint sowohl deine langjährige Erfahrung als auch dein ausführlich durchdachtes Businessmodel als ideale Handhabung.

Mich würde noch interessieren, ob du mit vielen bzw. überhaupt schon mit nationalen Apotheken kooperierst & welchem Zeitraum es ungefähr bedürfe, das Konzept international zu gestalten?

Klasse Idee!

Liebe Grüße,
Team Saronia

klasch
21. September 2014 10:57

Hallo Christian Schmitz,

danke für Deine Antworten, aber genau die Fragen von ping (3+4) Absatz stelle ich mir auch. Warum soll ein Pharmakonzern (der seinen Aktionären/ Inhabern verpflichtet ist) Dir die Lizens geben? Selbst wenn dieser mit dem gleichen Aufwand (Material) wie heute, mehr Patienten (mehr Logistik) behandeln könnte.

Das einzige was mir sofort dazu einfällt, ist die (CSR) Corporate Social Responsibility und vielleicht noch die Werbewirksame Umsetzung mit Verweis auf die ökologische und humane Arbeitsweise des Unternehmens! Könnte funktionieren!

Wenn mir noch ein paar (gute) Gedanken dazu kommen, melde ich mich noch einmal.
Weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung!

BG Jürgen Klasch'>https://www.gruenden-live.de/ideenwettbewerb/2/909/">Klasch

ping
20. September 2014 13:58

die idee, arzneimittel nicht wegzuwerfen und damit geld zu sparen klingt goldrichtig. insbesondere bei den, wie beschrieben, extrem teuren medikamenten.

wenn ich das richtig verstanden habe, kann der patient das medikament nicht eigenständig zu hause einnehmen, sondern muss dafür zum arzt kommen. das macht natürlich sinn, damit die vorräte hygienetechnisch kontrolliert werden können (niemand nimmt medikamente zurück, die irgendwo im privaten kühlschrank gelagert wurden). aber: ist das regelmäßige erscheinen (meistens vermutlich täglich) praktikabel für den patienten? ich würde vermutlich meiner arbeit nicht mehr nachkommen können, wenn ich täglich einen arzttermin hätte. zudem entstehen durch die betreuung seitens des medizinischen personals ja auch kosten, die gegengerechnet müssen.

ist die idee nicht ein klassiker? viele gute gedanken, die die gewinne der pharma-industrie schmälern, scheitern in der umsetzung an der massiven lobby der pharmakonzerne. so ähnlich sind doch auch die argumentationen mit der patentfrage. die pharmaindustrie verdient gut daran, dass sich menschen in der dritten welt die teuren medikamente nicht leisten können. warum sollten die dein konzept unterstützen, bzw. nicht bombardieren?

wie sicher ist die idee vor dem simplen kopieren? wenn also die ärzte das einfach selbst machen, statt das über euch abzuwickeln? irgendwie wirkt die idee, die medikamente (durch lohnhersteller) selbst zu produzieren wie ein versuch, diese bestrebungen zu kontrollieren.

enterpreneurlive
18. September 2014 0:01

Hallo

auch wenn ich die Idee des Abpackens noch nicht verstanden habe,
finde ich die GrundIdee ökologisch und ökonomisch.
Viele zu viel Medikamente werden nicht gebraucht und werden zum unsachgemäss weggeworfen, andersweitig verkauft und die Kosten trägt die Gesellschaft.

meine Vote hast du.
Ich wünsche dir viel Erfolg weiterhin und freue mich auf deinen Besuch auf meiner Seite :-).

16. September 2014 22:40

Die Idee ist super und vielen von uns wahrscheinlich auch bekannt, auf kleinerem Niveau versteht sich. Was würde diese Veränderungen für die Apotheken bedeuten?

christianschmitz
12. September 2014 23:05

@ Britta Lambers

Hallo Britta, Danke für Deine aufmunternden Worte. Wir entwickeln beide Ideen im Gesundheitsbereich, aber kommen von unterschiedlichen Richtungen an zwei unterschiedliche Fragestellungen in dieses Segement. BioCompound versucht bestehende therapeutische Arzneimittel günstiger anzubieten, da hier weniger 'Abfall' entsteht. Wir suchen nach der optimalen Nutzung von vorhanden Ressourcen, bieten aber keine Therapievorschläge an sich an. Ich denke Deine Idee befasst sich eher mit dem Thema einer genaueren Anamnese / Diagnose bei chronischen Schmerzen und den gezielten Einsatz von 'der richtigen' Medikation für diese Patientengruppe. Gemeinsamkeiten sehe ich, dass beide Ideen den Patienten wieder näher in den Mittelpunkt einer 'value based therapy' bringen wollen, also auch den Patienten mehr in den MIttelpunkt rücken wollen und mithilfe von gezielten Ansätzen Kosten sparen (BioCompound) und korrekte Therapieansätze finden (Deine Idee).

Ich werde mich auf Deiner Seite mehr zu Deinem Thema äußern.

luba
12. September 2014 18:33

Hallo Christian!

Wow, du scheinst mit sehr viel Erfahrung in das Unternehmertum zu starten. Ich persönlich finde deine Idee und dein Engagement toll. Ich, als ein Teil unseres Projektteams, habe bei einer Krankenkasse gearbeitet und studiere derzeit Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen. Die Materie interessiert mich brennend, da einfach auch, als einer von vielen Aspekten deiner Idee, viele Ausgaben für die Krankenversicherung minimiert werden können. Mir stellen sich natürlich auch viele Fragen, z.B. wie Pharma-Riesen auf dieses Konzept reagieren. Du hast dort ja gearbeitet. Wie wird deine Idee dort gesehen? Ist dein Konzept nicht etwas, was durchaus auch von Pharmaunternehmen selber durchgeführt werden sollte/könnte? Gibt es da schon einen Ansatz zu solchen Verfahren?

Tolle Idee, da kann ich mich nur nochmals wiederholen. Ich wünsche dir und deinem Team viel Erfolg und es würde mich freuen, weiterhin und vor allem mehr davon zu hören.

Viele Grüße,
Luba

brittalambers
11. September 2014 22:23

Hallo Christian, wie ich an den Kommentaren sehe, erwächst aus Deiner Idee viel Gesprächsstoff. Tolle Sache. Ich beschäftige mich in meinem Projekt mit der "Schmerztherapeutischen Beratung" - eine ambulante Lösung für akute und chronische Schmerzpatienten. Auch ich habe die Problematik erkannt, dass chronische Schmerzen mit viel Medikamenten und noch mit viel zu wenig Alternativen behandelt werden - und deshalb Kosten, aber vor allen unnötiges Leid, entstehen. Aufgrund dieser Gemeinsamkeit bin ich auf Dein Konzept natürlich sofort aufmerksam geworden. Freue mich, wenn Du noch mehr Infos hochlädst, die das Konzept noch konkreter beschreiben. Zudem sehe ich Parallelen unseres Lebenslaufs -komme auch aus der medizinischen Grundlagenforschung - Krebszellen und infektiöse Erkrankungen. Ich schaue gern nochmal die Woche auf Deiner Seite vorbei, um die Entwicklung deines Projekts zu verfolgen. Vielleicht hast Du Lust, Dir auch eine Meinung über mein Konzept zu bilden. Jede konstruktive Kritik ist hilfreich für mich.
Herzliche Grüße und viel Erfolg weiterhin,
Britta

christianschmitz
11. September 2014 18:22

@ Friedel von Manelec-Team (sehr schönes Konzept übrigens!)

Ganz offensichtlich hat Euer Team sich sehr intensiv mit vielen Fragen rund um die Erstattung und die Interessensgegensätze von verschiedenen stakeholdern im Gesundheitssektor befasst! Natürlich ist dieses Thema ein zentraler Punkt, da Innovationen in einem hochregulierten Umfeld wie dem Gesundheits- und Pharmabereich in komplexe und häufig starre System eingreifen.

Einige Deiner Fragen kann ich hier in diesem Forum gut beantworten, andere sind eventuell zu speziell, würden die Leser eher langweilen und sollten gerne direkt zwischen diskutiert werden. Ich freue mich auf den Austausch!

Zu Deiner ersten Frage: Networking mit Kassen, Politik, Kliniken + Apotheken:
Erste Kontakte zu KVs gibt es. Die Auskunftbereitschaft ist/war eher gering, aber wir haben das BioCompound Modell auch noch nicht einem KV Spitzenverbandteilnehmer vorgestellt. Kontakte zu KVs kann ich über eine Beratungsunternehmen aufbauen. Mit den Geschäftsführern einer Großapotheke in Berlin habe ich bereits gesprochen und die Idee als Vertriebspartner aufzutreten wurde diskutiert; weitere Gespräche sind geplant. Mit einem Herstellbetrieb wurde auch ein Gespräch geführt und die Kosten für die Herstellung in ersten Ansätze evaluiert.

Das Projekt befindet sich in einer frühen Phase. Zusammen mit der Handelshochschule Leipzig hat ein Studenteam unter meiner Leitung das Business Modell und einen Business Plan erarbeitet. Jetzt geht es in erster Linie darum, den klassischen Business Plan eher über ein Lean StartUp Konzept ans Laufen zu bringen. Hierzu benötigen ich weitere Kontakte und muss die Wertschöpfungshypothesen (eben noch keine USPs) anhand von Umfragen beweisen / erhärten. Hierzu müssen verschiedene stakeholder kontaktiert werden. Zu Anfang müssen Therapiezentren und onkologische Tagekliniken kontaktiert werden.

Konkurrenz wird es immer geben. In unserem Geschäftsmodell sind die regulatorischen Barrieren allerdings hoch und die GMP Bedingungen für die Handhabung von bestimmten, komplexen Produkten benötigt einige Fachkompetenz, die die von Apotheken im Regelfall überschreitet.

Herstellbetriebe können das Geschäftsmodell übernehmen, aber die Infrastruktur und das Projektmangement mit den niedergelassenen Fachärzten wäre an BioCompound ausgegliedert. Tatsächlich müssten hier aber auch Verträge eine non-competing clause enthalten.

Skalierung: tatsächlich werden zum Teil Produkte geöffnet und bis zu 75% des Arzneimittel verworfen. Ja, häufig gibt es in einem Therapiezentrum nicht genug Patienten am gleichen Behandlungstag, so das Produkte in dem benachbarten Zentrum benötigt würden, aber keine Kommunikation und Logistik existiert, diese Produkte dann auch zu verteilen.

Um das Geschäftsmodell deutlicher zu erklären, werde ich noch weitere Dokumente hochladen. Einen Business Model Canvas und ein Modell der Logistik.

Margen / Einkaufspreise: ich war selbst als ein Spezial-Pharmagroßhändler tätig. Die EInkaufspreise und die Wertschöpfungskette in diesem Segment ist komplex, aber ich habe einen gewissen EInblick innerhalb der EU gewonnen. Was die Preise der Pharma gegenüber der KVs angeht, ist die Lage wesentlich komplexer, da viele einzelen Rabattverträge zwischen Pharma und KV bestehen, die man nicht einsehen kann. Dazu kommen nochmals Versorgungsverträge von Pharma mit Großkliniken. Auch hier existiert eine Blackbox. Preisvorteile würde es eher nicht in Kliniken geben. Der Service von BioCompound würde sich daher eher an Tageskliniken und Therapiezentren richten.

Tatsächlich ist die Idee von BioCompound nicht auf eine spezielle Therapie begrenzt. Es geht eher um die komplexe Handhabung von therapeutischen Antikörpern. Allerdings sind die Therapiegebiete vielfältig: Onkologie, Rheumatologie, Psoriasis, Ophtalmologie und andere. Auch ist das Modell nicht auf flüssige Produkte beschräkt, aber hier liegt eben die Komplexität und die Summe der benötigten Expertise.

Weitere Details können wir gerne persönlich diskutieren / vertiefen.

christianschmitz
11. September 2014 17:28

@ Sebastian von 22places

BioCompound produziert keine eigenen Arzneimittel im eigentlichen Sinne. Allerdings benötigt BioCompound für seine Dienstleistung eine Herstellungslizenz nach dem Arzneinmittelgesetzt. BioCompound wird AM einsetzen, welche eine Zulassung in Deutschland haben und diese an patientenspezifische Bedürfnisse anpassen. Dazu wird die benötigte Menge in ein neues, sog. Primärgefäß, umgefüllt und an den behandelnden Arzt oder das entsprechende medizinische Fachpersonal weitergegeben.

Derzeit gibt es ein einfaches Revenue Model für BioCompound: die Mengen an Medikament die der Krankenversicher zu zahlen hat, wird niedriger sein, als eine Gesamtpackung. Da die Preise mit der KV verhandelbar sind, kann ein produktspezifischer Preis (pro Bundesland) ausgehandelt werden. Das Risiko der verbleibenden Restmenge von Arzneimitteln wird bei BioCompound liegen, aber die Kernkompetenz von BioCompound ist u.a. genau diese Restmengen fachgerecht und zu verwerten, ohne dabei die Patientensicherheit zu gefährden. Man könnte von einem X+1 Revenue Model sprechen, wobei BioCompound jeweils an dem +1-ten Patienten verdient, da die Restemengen effizient verwertetet werden.

Das Geschäftsmodel von BioCompound ist über längere Sicht eine Win-Win Situation für alle beteiligten stakeholder: auch die Originalhersteller. Die Einsparungen die BioCompound generiert, kommen dem KVs zu gute, die wiederum mehr Patienten behandeln können.

Die Incentivierung der KVs besteht darin, weitere Kosten durch teure Nachbehandlungen und Folgetherapien einzusparen. Das würde entsprechend verhindern, dass weniger, sondern im Gegenteil mehr Patienten die wirksamere - und durch BioCompound erschwinglichere - Therapie erhalten würden. Somit würde letztendlich auch ein Mehr an der ursprünglichen teureren Medikation verbraucht werden, was zu höhren Verkaufzahlen bei den Pharmaunternehmen führt.

Die anfängliche Skepsis einer stakeholder haben wir einkalkuliert und müssen entsprechend viele stakeholder früh in den Aufbau der Organisationsstruktur mit aufnehmen.

christianschmitz
11. September 2014 16:31

@ Klasch

Grundsätzlich hast Du den Hintergrund richtig beschrieben. Es gibt nur eine wichtige Einschränkung: BioCompound will sich ausschließlich mit sogenannten 'large molecules', also komplexen Wirkstoffen beschäftigen. In der pharmazeutischen Industrie unterscheidet man grundlegend zwischen den 'small molecules' wie zB. Acetylsalicylsäure (ASS oder (ein) Markenprodukt Aspirin) oder 5-Fluoruracil (5FU für Behandlungen in der Onkologie). Diese Wirkstoffe, werden zum größsten Teil schon als Generika, also Nachahmerprodukte, verkauft. Die meißten dieser Substanzen sind nicht sehr teuer, auch wenn diese heute noch große Ausgaben für die Gesundheitssysteme darstellen.

Die zweite Gruppe, die 'large molecules', sind häufig sehr komplexe Produkte, die sehr häufig nicht chemisch synthetisiert werden, sondern biotechnologischen Ursprungs sind. Die large molecules sind häufig auch sehr spezifisch und eine Fraktion dieser Wirkstoffe wird auch als erste 'personalisierte Medizin'. Hierzu zählen vor allem die therapeutischen monoklonalen Antikörper, die sich hochspezifisch nur auf ein einziges Ziel im Körper richten. Behandlungen für mit personalisierter Medizin erfolgt meißt mit entsprechend teuren Arzneimitteln, die auch nicht immer direkt bei ausberechen der Krankheit angewendet werden (Stichwort: first-line-therapy), sondern erst später, wenn der bestehende Goldstandard keinen Heilungserfolg zeigt. Erst in der sog. second- / third-line-therapy werden die sehr teuren, komplexen, therapeutischen Antikörper eingesetzt. Und das hat natürlich seinen Preis.

Also, zusammenfassend: BioCompound befasst sich nicht mit günstigen, generischen Substanzen, sondern konzentriert sich ausschließlich auf die individuelle patientenspezifische Vorbereitung von komplexen und in der Handhabung, aufwendig zu handhabenden Arzneimitteln. In diesem Segment gibt es Kompetenzbedarf, den BioCompound mit seiner pharmazeutischen Wertschöpfungskette abdeckt.

manelec
11. September 2014 12:39

Hallo Christian Schmitz,

Tolle Idee, hoher gesellschaftlicher Nutzen, denke ich.
Ich hoffe, dass die Pharma-Lobby nicht zu sehr direkt mit den Kassen vernetzt ist, bzw. die Kassen mit der Pharma-Lobby ... und die Preise ohnehin mehr oder weniger vorab abgechartert sind. Wenn dem so wäre, könnten ja die Pharmafirmen auch nach erfolgreicher Umsetzung deiner Idee die Preise erhöhen, um denselben Gewinn zu machen, oder?

Ich habe noch viele meiner Meinung nach offene Fragen:

Hast du schon Kontakte mit Kassen, Politik, Kliniken und Apotheken gesammelt?
In welcher Phase der Umsetzung befindest du dich? Sammelst du noch Kontakte?

Wie sicherst du ab, dass der andere Herstellbetrieb in der Anlaufphase dein Geschäftsmodell nicht übernimmt und zur Konkurrenz wird?

Wie viel Zeit darf vom auseinzeln zur Medikamenteninjektion maximal vergehen? Wie viel Puffer ist noch da, falls die 2 Tage Lieferzeit überschritten werden? Warum wird die Kompoundierung nicht heute schon von den Tageskliniken gemacht? Sind es zu wenige Patienten mit derselben Erkrankung je Klinik, sodass ein Medikamenten-Haltbarkeits-Problem entsteht und wie ist das Haltbarkeitsproblem geartet, also wie lange kann die Tagesklinik mit einer "geöffneten" ? Charge arbeiten? Oder warum geht es bisher nicht? Spart die Tagesklinik aufgrund eurer besseren Ökonomie dann Kompoundierungspersonal ein? Wie kommt es zum Verwerfen der bisher ungenutzten Medikamete? Wer verwirft sie?

Ich habe noch nicht verstanden, an welcher Stelle die Apoheke in deinem Modell eingreift, wenn das Rezept von der Tagesklinik direkt zu euch und das Medikament direkt von euch zur Tagesklinik geliefert wird. Wo greift da die Apotheke ein? Mich interessiert diese Frage besonders, da meine Mama Apothekerin ist. Wie weit bist du mit der Apotheken-Zusammenarbeit? Vielleicht lässt sich ja eine Zusammenarbeit ableiten? Was schätzt du, wie viele Apotheken du zur Zusammenarbeit brauchst, da es ja mit nur einer Einzigen Zentral-Apotheke in Deutschland verboten ist, oder? Was müsste dafür an Anforderungen vonseiten der Apotheke zu erfüllen sein? Was schätzt du, wie viele Regionalapotheken du benötigst?

Du solltest denke ich deinen Gründer-Garagen Text nochmal überarbeiten. Einerseits erhöht das denke ich deinen Garagenfaktor, andererseits wird finde ich noch nicht genug deutlich, dass es sich scheinbar um flüssige Arzneimittel handelt. Ich hatte die ganze Zeit beim Lesen Blister und Tabletten im Kopf ;-)

Gibt es ein Potential, dass Pharmafirmen etwas von ihrer Marge preisgeben könnten, einfach um dich wieder vom Markt zu verdrängen und weiterhin "größere" Mengen abzusetzen, oder denkst du, den Pharmafirmen ist das egal, weil du ja bei ihnen einkaufst? Gibt es überhaupt einen Wettbewerb bei den Anti-Körper-Lieferanten? Vielleicht kannst du ja sogar bevorzugt mit kleineren Lieferanten zusammenarbeiten, wenn es diese gibt, damit diese wettbewerbsfähiger werden? Wäre das eine Option, oder gibt es den besagten Wettbewerb nicht?

Gibt es denn eigentlich derzeit onkologische Patienten, denen die Behandlung aufgrund zu hoher Kosten verwehrt werden muss, oder die eine schlechtere (verkürzte) Behandlung erhalten (müssen)?

Ist die Antikörper-Medikament-Anpassung momentan das hauptsächliche Verkaufsprodukt von euch? Verstehe ich das richtig, dass diese Medikamente vorwiegend für Krebserkrankungen und HIV eingesetzt werden können? Besteht Wachstumspotential für andere Erkrankungen, die ebenfalls mit Antikörper-Injektionen behandelt werden? Funktioniert eure Idee vorwiegend für die Antikörper-Behandlung? Sie ist doch eher nicht auf bspw. Tabletten erweiterbar, oder? - besteht bei anderen Behandlungsmethoden ein ähnlich hoher Kompoundierungsbedarf, oder lohnt sich das bei anderen Behandlungen aufgrund nicht ganz so hoher Medikamentenpreise nicht so sehr?

Sehe ich das richtig, dass ihr damit die onkologischen Tageskliniken gegenüber den Krankenhäusern wirtschaftlicher macht? Zahlen die Krankenkassen den Tageskliniken aufgrund höherer Pro-Kopf-Patient-Behandlungskosten denn widerwillig das Geld? Also wieder die Frage: Kommt es zu einem Behandlungsengpass und werden Behandlungen verwehrt?

Erreicht ihr denn mit eurer Dienstleistung die ökonomische Effizienz der Krankenhausapotheke, oder werdet ihr sogar noch besser, sodass es absehbar ist, dass ihr diese auch "verdrängen" könntet?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Gern auch persönlich auf anderen Kanälen. :-)

Friedel vom Manelec-Team :-)
https://www.facebook.com/friedemann.latsch

sebastianritter
11. September 2014 10:15

Hallo Christian,

ich habe das Konzept noch nicht genau verstanden. Was macht Bio Compound genau? Produziert ihr selbst Arzneimittel oder nehmt ihr Arzneimittel von etablierten Herstellern und stellt sie dem Patienten dann in der genau von ihm benötigten Anzahl zur Verfügung?

Womit verdient ihr bei diesem Konzept euer Geld?

Ich kann mir vorstellen, dass es sehr schwierig ist mit so einer Idee gegen die mächtige Pharmalobby anzukommen. Für die Pharmakonzerne bedeutet es doch, dass sie weniger verkaufen, da wirklich nur nach Bedarf medikamentiert wird. Was denkst du darüber?

Viele Grüße
Sebastian von 22places'>https://www.gruenden-live.de/ideenwettbewerb/2/619/">22places

christianschmitz
10. September 2014 16:45

@ David von Get-a-Hero

Ja, KH Apotheken vereinzeln und bereiten Medikamente zu. Das ist deren täglich Brot und hilft die ökonomische Effizienz zu erhöhen. Hier werden entsprechend große Menge an Arzneimitteln patientenspezifisch 'vor-konfektioniert'. Allerdings gibt es diese Prozesse nur in KH, welche dann die Produkte nur intern verwenden. Die so vorbereiteten Arzneimittel werden nicht an andere KH weitergereicht oder verkauft.

BioCompound's Dienstleistung richtet sich daher auch nicht an KH, sondern an niedergelassene Ärzte, onkologische Tagekliniken und Therapiezentren, die geringere Patientenzahlen haben und eine effiziente Nutzung von Arzneimitteln zum Teil nicht möglich ist.

christianschmitz
10. September 2014 16:37

@ Paul Uhlig von TeachMe

Paul, die Frage ist voll berechtigt: niedergelassene Ärzte und Therapeizentren, onkologische Tageskliniken und Ophthalmologen praktizieren die 'Auseinzelung' von Arzneimitteln täglich und hunderfach in Deutschland. Das Konzept von BioCompound setzt auf qualitätsgesicherte Herstellungsprozesse die über sog. standard operating procedures (SOP) durch lokale Gesundheitsbehörden und den TÜV überprüft werden.

Ein grundlegender Qualitätsnachweis für 'early adaptors' wird es sein, ein Produkt mit unzweifelhafter Qualität auszuliefern, welche auch nachgewiesen werden kann. Hierzu wird BioCompound den Behandlungszentren Qualitätsdaten zur Verfügung stellen.

Die Umsetzung halte ich für sehr realistisch, besonders ausgehend von dem Gesichtspunkt, dass wir vorhandene Komponenten verwenden, allerdings zum Teil neu arrangieren (AM-Großhandel, Fertigarzneimittel, Tageskliniken, spezial Logistigdienstleister, Krankenversicherer). Tatsächlich werden wir mit BioCompound alte Konventionen neu definieren: weg von ein Medikament = 1 Patient zu ein Medikament = X +1 Patienten.

christianschmitz
10. September 2014 15:59

@ Alejandro von Sanmiguelshoes

Zu Deiner Frage bzgl des Verfahrens von BioCompound:

BioCompound wird ein Herstellbetrieb sein, welcher in der ersten Phase die Produktion an einen sog. Lohnhersteller 'outsourcen' wird. Nach der Etablierung des Modells soll ein eigener Herstellbetrieb aufgebaut werden. Da vorhandene Ressourcen genutzt werden sollen, um das Anlauf-Risiko zu reduzieren, werden vorhandene Komponenten in der Wertschöpfungskette genutzt. Hierzu habe ich erste Gespräche mit einem Herstellbetrieb geführt.

Die Kunden dieses Geschäftsmodells sind spezialisierte Therapiezentren mit einem Fokus auf onkologische Therapien. In diesem Segment werden zunehmend sog. therapeutische Antikörper in der 2nd bzw. 3rd-line Therapie benutzt, welche eine besonders aufmerksame und produktgerechte Abfüllung erforderlich machen. Die Qualitätssicherung in diesem Segment wird ein Hauptaugenmerk in diesem Geschäftsmodell darstellen.

Die Versicherer (KV) werden eine elementare Funktion in der Wertschöpfung spielen: die KVs werden auf der einen Seite hohes Interesse daran haben, Kosten für teure Therapien zu senken und Kosten für Folgetherapien so gering wie möglich zu halten. Es wird von Anfang an wichtig sein, mit den KVs als Partner eng zusammen zu arbeiten und kompetitive Preise für die Dienstleistung von BioCompound anzubieten.

Der Patient wird nicht ein direkter Kunde von BioCompound sein, da nur Apotheken die Abgabegenehmigung von Medikamenten besitzen. Das Modell ist ein B2B Konzept, welches aber durch sein Geschäftszweck, den Patienten wieder mehr in den Mittelpunkt der Therapie rückt, da langfristig die Arneimittelkosten gesenkt werden können und durch bestehenden Budgets mehr Patienten mit hoch-wirksamen Therapien versorgt werden können.

produtekentre
10. September 2014 15:58

Wenn das so ist wie hier gefragt und beantwortet macht das ganze sinn und ist eine gute Sache mein like hast du.
Ich wünsche Viel Erfolg
Gruß Bernd

christianschmitz
10. September 2014 15:21

@ Daniel von Virtueller Film

Mehraufwand für Ärzte, durch die Vorbereitung von Medikamenten: nein, ganz im Gegenteil. BioCompound reduziert die Arbeit für das Fachpersonal an Behandlungszentren sogar deutlich.

Das System funktioniert so: der Arzt leitet seine Verschreibung/Rezept an BioCompound ein. Danach wird aufgrund der Patientendaten die Medikation individuell vorbereitet und an die verabreichende Praxis per temperaturkontrollierter Lieferung innerhalb von max. 2 Werktagen ausgeliefert. Das Fachpersonal erhält zb. eine Injektionsspritze mit einer definierten Menge an Arzneimittel und kann sofort, steril und sicher gegen Überdosierung, dem Patienten die Medikation verabreichen.

christianschmitz
10. September 2014 14:57

@ Fabian von werwaswann:

Du stellst eine wichtige Frage: können Arzneimittel (AM) nach geltendem Arzneimittelrecht 'ausgeinzelt' werden und ist das legal?
Die Frage ist nicht direkt mit Ja (kann) und Ja (darf) beantwortet werden. Das Business Model des sog. Compounding's (Auseinzeln) ist schon lange existent und wird in den USA, aber auch Europa schon viele Jahre praktiziert.
Apotheken zB praktizieren dieses Modell schon lange, aber können eben aufgrund des AM-Gesetzes (AMG) nicht deutschlandweit agieren und ein Apotheker darf es lt AMG nicht zum Hauptgeschäftszweck seiner Unternehmung machen. Herstellbetriebe unterliegen dieser Beschränkung derzeit nicht. Natürlich liegt hier eine mögliche, rechtliche Einschränkung des vorgeschlagenen Geschäftsmodells vor. Da die BioCompound Idee allerdings auf vorhandene Komponenten zurückgreift (Fertigarzneimittel, bestehende Herstellbetriebe, Vertriebstrukturen durch Apotheken) ist das Risiko stark eingegrenzt.

Wir haben berechnet, dass es für alle Stakeholder in der Wertschöpfungskette, inkl. Krankenversicherer und Fachärzte /-praxen eine deutliche Kostenersparnis ergibt, wenn man sehr teuere Medikamente auf die beschriebene Weise mit BioCompound vorbereitet bzw. auseinzelt. Der Kostenvorteil für die 'primären' Akteure im Gesundheiteswesen, also Praxen und Versicherer, sollte eine starke Inzentivierung darstellen, sich an dem Geschäftsmodell zu beteiligen.

christianschmitz
10. September 2014 14:36

@ Maria von Clothes AfFAIR

Hallo Maria, die Wertschöpfung wird im einfachsten Weg über den regulären Arzneimittelgroßhandel abgewickelt. Die Medikamente werden über ein Rezept bei BioCompound 'abgerufen', also eine patientenspezifische Menge eines Medikamentes wird angefordert und in einem speziellen Prozess in einem Herstellbetrieb abgefüllt.

BioCompound tritt daher als ein Herstellbetrieb auf, der AM einkauft und entsprechende Mengen an AM patientenspezifisch abfüllt. Die Medikamente werden über einen medizinischen Logistikdienstleister, temperaturkontrolliert direkt zum Behandlungszentrum geliefert. Die Lieferung erfolgt innerhalb von max. 2 Werktagen, so dass die Herstellung/Vorbereitung und der Behandlung möglichst nah beieinander liegen.

christianschmitz
10. September 2014 14:23

@ Julian von teamjusix:

Zu Deiner Frage bzgl der patientenspezifischen, also individualisierten Dosierung von Medikamenten:

Es ist heute weit verbreitete Praxis, dass in Krankenhäusern, Arzneimittel (AM), die als Lyophilisat (gefriergetrocknete, meißt komplexe Substanzen; auch spez. therapeutische Antikörper) vorliegen, auf die Körpermasse des einzelnen Patienten abgestimmt werden. In der Praxis heißt das, dass AM wird vorbereitet, also in Lösung gebracht und evtl mit anderen Hilfsstoffen (zB pyhsiolog. Kochsalzlösungen) vermischt. Das auf diese Weise vorbereitete und patientenspezifisch konzentrierte AM wird später verabreicht.

BioCompound würde diese 'Vorbereitung' auf die patientenspezifische Dosierung von Einzelarzneimittel (anfänglich) beschränken. Das bedeteutet, dass BioCompound die korrekte Menge eines zu verabreichenden AM in ein primäres Packmittel abfüllt und dem behandelnden Fachpersonal zur Verfügung stellt.

Die Vorbereitung der AM würde in einem eigenen Herstellbetrieb stattfinden. Die Apotheken werden als Vertriebsarm in der Wertschöpfungskette benötigt, da nach gültiger Rechtssprechung (Arzneimittelgesetz) nur der Apotheker berechtigt ist, AM an Patienten / Krankenhäuser abzugeben.

Ich hoffe ich habe Deine Frage ausreichend beantwortet.

klasch
10. September 2014 14:15

Hallo Christian,

ich habe von Medikamenten wenig Ahnung! Wenn ich Dich richtig verstanden habe, nimmst Du die Original Arztneimittel entgegen (z.B. Kapseln), sammelst aus allen Kapseln die Wirkstoffe heraus und verpackst diese, auf den jeweiligen Patienten (Gewicht?!) zugeschnitten neu und belieferst dann den Patienten/Krankenhaus. Wenn das so ist, finde ich es eine sehr gute Idee! Meine Stimme für Deine Idee und viel Erfolg wünscht Jürgen Klasch'>https://www.gruenden-live.de/ideenwettbewerb/2/909/">Klasch

niki
10. September 2014 13:09

Hallo,
an sich eine feine Idee. Aber ich könnte mir nur Vorstellen, dass da die Krankenkassen nicht mitmachen. Zum Teil wird das im KH ja schon gemacht, dass für viele Personen eine Packung benutzt wird. Ich denke aber, dass es um die wirklich teuren Medikamente geht (z.B. bei Krebstherapie). Und da ist natürlich die Frage, ob es in demselben KH auch Abnehmer gibt, oder ob man das dann über ganz Deutschland verteilen muss...
Noch ein Aspekt. Man könnte das natürlich auch noch sozial verknüpfen. Die Medikamente werden (eine ganze Packung) von meiner Krankenkasse bezahlt. Bleibt etwas übrig, dann könnte ich bestimmen, dass das KH die übrigen kostenlos an Leute gibt, die z.B. keine so gute Versicherung haben.
Viel Glück und besten Gruss
niki

grahoman
10. September 2014 11:47

Verstehe ich das Richtig:

Ein Patient braucht Medikamente und anstelle Ihm die ganze Packung zu geben gibt man Ihm nur soviele Tabletten die er auch benutzen wird. Wird das in Krankenhausapotheken nicht schon so praktiziert?

Gruss

David - Get-a-Hero

pauluhlig
10. September 2014 11:46

Hallo Christian,
ich finde die Idee sehr nett, aber für wie realistisch hälst du die Umsetzung? Bzw. dass das System auch von den Ärzten und co. angenommen wird?

danielhofmeier
10. September 2014 10:06

Hallo Christian,
ich kenne mich zwar ebenfalls nicht aus, allerdings hört sich das Ganze durch die Auseinzelung auch nach einem enormen Mehraufwand für Ärzte an?

10. September 2014 2:10

Den Ansatz finde ich super! Wie funktioniert Dein Verfahren? Ist dafür eine gewisse Technologie erforderlich oder istbes eher auf der Beratungsschiene anzusiedeln?. Wer sind Deine Kunden? Die Kliniken, die Kassen, der Patient? Freue mich auf Deine Antwort
Alejandro

werwaswann
9. September 2014 23:06

Ich bin wie viele hier sicher kein Experte auf dem Gebiet des Arzneimittelgebiets, könnte mir aber vorstellen, dass es dort rechtliche Bestimmungen gibt, die ein "Teilen" der Medikamente untersagt bzw. reguliert. Kannst Du darauf Vl. etwas konkreter eingehen, wenn existent?

VG,
Fabian | WerWasWann

danielrjwalter
9. September 2014 22:36

sounds great!

mariafrank
9. September 2014 21:24

Hallo Christian,

ich finde Deine Idee super, vor allem wenn Ressourcen gespart werden können und dann anderen Patienten zu Gute kommen.
Vielleicht könntest Du einmal genau den Weg, den die Medikamente nehmen beschreiben, denn das hört sich für mich in Deiner Beschreibung noch reichlich abstrakt an. Was macht Ihr genau an welcher Stelle des Prozesses?

Viel Erfolg weiter hin!

stefaniefeder
9. September 2014 19:03

Hi, ich bin mir sicher dass deine Idee ein (oder mehrere) Probleme löst -leider kenn ich mich auf diesen Gebiet null aus! ABER: der satz von dir mit 'ich moechte mich als Arbeitskraft fuer etwas sinnvolles einsetzten' spricht mir aus der Seele! Und ich denke, wenn man etwas gefunden hat, wofuer man wirklich brennt, schafft man alles! Von daher von mir kein fachliches feedback aber ne ordentliche Portion "viel erfolg" und lob!
Lg steffi

tracklists
9. September 2014 18:21

Hallo,
gute Idee und sehr gut beschriebenes Konzept. Wie bist du auf die Idee gekommen? Was ist der Hintergrund und was motiviert dich?
LG
Team Tracklists

teamjusix
9. September 2014 17:13

Hallo Christian,
den Ansatz Medikamentenreste zu vermeiden finde ich super. Wo wird denn die individuelle Dosis für den Patienten abgepackt? In der Apotheke oder noch in den Pharmafirmen?
Viele Grüße
Julian

bastian86
9. September 2014 15:42

Ein guter Ansatz! Aber mich würde auch interessieren, an welcher Stelle dann Geld verdient wird...

dheles
9. September 2014 14:47

Die Idee an sich ist sehr gut und absolut notwendig! Alle Gedankenansätze sind logisch und ich kann nur zustimmen. Leider sehe ich nicht, wie man mit der Idee an sich Geld verdienen kann? Was springt für BioCompound dabei raus? Freue mich auf eine Antwort! :)

9. September 2014 14:14

Hi Christian!

Idee gefällt mir gut, vor allem der Ressourcenschutz daran!
Feedbackfrage: Wie wollt ihr bewerkstelligen, dass die Medikamente sofort/schnell verfügbar sind (was ich ja vermute, dass das oft der Fall ist) wenn es erst speziell für den Patienten "angefertigt" wird? (Zumindest habe ich es so verstanden)

Gruß!
Johannes

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