Gründen-Live: Mehr Kopf statt Kapital. Intelligenter Wirtschaften

Dieser Onlinekurs basiert auf den Methoden und Techniken aus dem Buch “Kopf schlägt Kapital” von Prof. Faltin. Der Kurs ermöglicht es Dir systematisch Ideen weiterzuentwickeln und diese zu einem innovativen und tragfähigen Konzept auszuarbeiten. Die Texte, Trainingsvideos und Aufgaben der neun Module führen Dich Schritt für Schritt zu Deinem Entrepreneurial Design. In der passwortgeschützten Gründen-Live Community kannst Du den Kurs jederzeit individuell beginnen. Zudem findest Du in der Mediathek viele Interviews, Links zu hilfreichen Quellen sowie inspirierende Vorträge.

Modul 9: Komponenten einsetzen

Manchmal muss man radikal Abschied nehmen von gewohnten Vorstellungen. Der Traum vom Fliegen ist für die Menschen so alt wie wahrscheinlich die Menschheit selbst. Bis etwa 1890 gingen alle Versuche, zu fliegen, davon aus, den Flug der Vögel zu beobachten und daraus Konstruktionen zu denken, die den Vogelflug nachahmen. Also bewegliche Flügel. Mit dem Problem, so viel Kraft in die Flügel zu bringen, dass man das menschliche Gewicht kompensiert. Der Durchbruch beim Fliegen passierte aber ganz anders: nämlich mit starren Flügeln. Es waren starre Flügelkonstruktionen, die entweder mit Sog (Propeller) oder später mit Schub (Turbinen) arbeiteten.

Aus Komponenten etwas Neues schaffen

Versuchen wir eine Analogie: Die herrschende Vorstellung ist, dass ein Unternehmen ein handfestes Gebilde ist aus Gebäuden, Mitarbeitern, aus Arbeitsplätzen und Räumen. Es werden Produkte oder Dienstleistungen erstellt. Dies erfordert Organisation und Management. Streichen wir für einen Moment die Vorstellung von „Unternehmen“ in unseren Köpfen. Wir können uns nämlich dem Thema „Gründen“ ganz anders nähern.

Die Frage, die wir uns stellen müssen, heißt: Was kann ich aus den vielen vorhandenen Komponenten, die es heute gibt, Neues zusammenstellen?

Schaffe neue Kombinationen oder effizientere Abläufe

Ob es dazu Räume braucht, Angestellte, welche Ressourcen auch immer, ist in diesem Moment noch eine völlig offene Frage. Die entscheidende Arbeit passiert in Deinem Kopf. Aus dem Baukasten, der Dir zur Verfügung steht, und der täglich an der Zahl von Bauteilen und Varianten noch zunimmt, gilt es, neue Kombinationen oder effizientere Abläufe zu finden – was immer Deinem Kopf angesichts der Kombinationsmöglichkeiten der Bausteine einfällt.

Oder um im Bild des Puzzles zu bleiben: Du hast eine Unzahl von Puzzlesteinen und die Chance, daraus ein neues Puzzle zu gestalten, eines, das Dir eine ökonomische Lebensperspektive eröffnet.

Passe externe Komponenten in ein Konzept ein

Ökonomen mögen diesen Paradigmenwechsel mit dem Theorem der Transaktionskosten erklären. Früher, bei hohen Transaktionskosten, machte es Sinn, die meisten Tätigkeiten im eigenen Haus zu sammeln. Heute, durch zunehmende Spezialisierung und die niedrigen Kosten bei Kommunikation kann man sich vorhandener Komponenten bedienen. Das „Unternehmen“, von dem hier die Rede ist, besteht aus dem gedanklichen Geschick, externe Komponenten in ein Konzept einzupassen. Was als Managementaufgabe zurückbleibt, ist, die Komponenten zu koordinieren und aufeinander abzustimmen.

Aus vorhandenen Modulen Neues komponieren

Unter den heutigen schon vorhandenen technologischen und organisatorischen Bedingungen ist es längst möglich und wird es ganz selbstverständlich werden, ein Unternehmen virtuell zu denken.

Die alte Frage lautete: Was brauche ich, um ein Unternehmen zu gründen und erfolgreich zu organisieren?

Die neue Frage lautet: Was kann ich aus vorhandenen Modulen Neues komponieren?

Am Beispiel RatioDrink AG

Dieses konkrete Beispiel zeigt die Unternehmenskomponenten RatioDrink AG:

Apfelsaftkonzentrat wird vom Hersteller bezogen und in einem Abfüllbetrieb in die Drei-Liter-Bag-in-Box-Vorratspackung gebracht.

Aufträge nimmt ein Callcenter entgegen; das gesamte Rechnungswesen wird von der Projektwerkstatt übernommen. Auch der Versand ist ausgelagert. Die hier genannten Komponenten werden von professionellen Betrieben oder Dienstleistern wahrgenommen.

In einem solchen Modell besteht die Aufgabe der Gründer darin, erstens ein Konzept, das aus Komponenten zusammengesetzt werden kann, auszudenken, zweitens die Partner zu finden, die diese Komponenten professionell anbieten, und drittens das Zusammenspiel der Komponenten zu koordinieren und zu kontrollieren.

Die Vorteile beim Gründen mit Komponenten

  • Fast keine eigenen Investitionen notwendig
  • Fast keine Fixkosten
  • Variable Kosten fallen nur bei tatsächlichen eigenen Umsätzen an
  • Hohe Kosteneinsparungen gegenüber etablierten Konkurrenten
  • Von Anfang an professionell, hocheffizient, virtuell und global

Man erkennt sofort, welche enormen Vorteile das Komponentenmodell hat. Statt zum überarbeiteten Selbständigen macht es Sie zum Powerful Entrepreneur.

 

Es sind fast keine Investitionen erforderlich; Du arbeitest hoch professionell – und das von Anbeginn an. Variable Kosten treten im Grundsatz nur auf, wenn auch wirklich Bestellungen eingehen. Du hast keinen großen Verwaltungsapparat, den Du aufbauen und finanzieren musst. Stattdessen bist Du von Anfang an professionell und hocheffizient (weil Deine Komponenten von erfahrenen Partnern geführt werden und bereits effiziente Betriebsgrößen erreicht haben). Vergleiche selbst den Unterschied zu einer konventionellen Gründung in Sachen Finanzierungsaufwand, Risiken und Arbeitsanfall für die Gründer.

Konzentriere Dich voll auf Dein Ideenkonzept

Professionelle Unterstützung des Gründers ist absolute Notwendigkeit. In Studien zu erfolgreichen Unternehmensgründungen zeichnet sich immer mehr eine Rollenverteilung ab: Lead Entrepreneur und professionelles Managementteam.

 

Der Gründer als Lead Entrepreneur muss sich voll auf das Ideenkonzept und seine Weiterentwicklung konzentrieren können. Dem Management obliegt das operative Tagesgeschäft.

Wer sich als Gründer solche professionellen Kräfte nicht leisten kann, dessen Gründungskonzept hält Prof. Faltin für nicht tragfähig. Das heißt nicht notwendigerweise, dass man hohe Summen an Kapital für die Gründungen benötigt. Tragfähig soll heißen, dass das Konzept klar erkennbare Marktvorteile aufweist, es damit Kunden anzieht und eine Marge erwirtschaftet, die man zur Bezahlung professioneller Kräfte braucht.

Denn: Wer glaubt, sich Professionalität nicht leisten zu können, der probiere es doch einmal mit Unprofessionalität!

Wenn Dir jetzt danach zumute ist, aufzuspringen und zu starten – tue es! Das hier ist keine Economic-Fiction-Serie, sondern Du stehst mitten in der Realität und mit beiden Beinen auf dem Boden.