Gründen-Live: Mehr Kopf statt Kapital. Intelligenter Wirtschaften

Dieser Onlinekurs basiert auf den Methoden und Techniken aus dem Buch “Kopf schlägt Kapital” von Prof. Faltin. Der Kurs ermöglicht es Dir systematisch Ideen weiterzuentwickeln und diese zu einem innovativen und tragfähigen Konzept auszuarbeiten. Die Texte, Trainingsvideos und Aufgaben der neun Module führen Dich Schritt für Schritt zu Deinem Entrepreneurial Design. In der passwortgeschützten Gründen-Live Community kannst Du den Kurs jederzeit individuell beginnen. Zudem findest Du in der Mediathek viele Interviews, Links zu hilfreichen Quellen sowie inspirierende Vorträge.

Modul 7: Mehr als nur eine Funktion erfüllen

Medien

A Day Made of Glass 2

Wie sämtliche Glasoberflächen zukünftig als Devices genutzt werden können, aus der Sicht eines Glasherstellers.

Mehr als nur eine Funktion erfüllen mit der Teilnahme von Kristina von BLITAB

Erfahren Sie wie mehrere Funktionen in einem Gerät von sozialer Bedeutung kombiniert werden. Mehr über die Patentarten und viel mehr.

Übertragung künstlerischer Mindsets und Praktiken auf die Geschäftsmodellentwicklung

In diesem Video sehen Sie Künstler zum Thema Geschäftsmodelle und Business Plan. Das Video wurde beim Entrepreneurship Summit in Berlin aufgenommen. Beim Entrepreneurship Summit vermittelt die Stiftung Entrepreneurship Methoden und Techniken zur Erarbeitung eines tragfähigen, ausgereiften Geschäftskonzepts. Im Vordergrund stehen dabei Konzept-kreative Gründungen, die Business Model Innovation sind, und das Gründen mit Komponenten. Hier finden Sie zahlreiche Videos der letzten Entrepreneurship Summits: https://www.entrepreneurship.de/entrepreneurship-summit/

Sustainability meets Entrepreneurship - Entrepreneurship Summit 2012 in Berlin

In diesem Video sehen Sie die Impulsgruppe zum Thema Nachhaltigkeit. Das Video wurde beim Entrepreneurship Summit in Berlin aufgenommen. Beim Entrepreneurship Summit vermittelt die Stiftung Entrepreneurship Methoden und Techniken zur Erarbeitung eines tragfähigen, ausgereiften Geschäftskonzepts. Im Vordergrund stehen dabei Konzept-kreative Gründungen, die Business Model Innovation sind, und das Gründen mit Komponenten. Hier finden Sie zahlreiche Videos der letzten Entrepreneurship Summits: https://www.entrepreneurship.de/entrepreneurship-summit/

Kunst und Entrepreneurship verbinden – “The Electric Hotel”

In diesem Video sehen Sie Sebastian Fleiter und Prof. Faltin zum Thema Geschäftsmodell. Das Video wurde beim Labor für Entrepreneurship in Berlin aufgenommen. Das Labor für Entrepreneurship zeigt Wege auf, wie wir systematisch aus einer Anfangsidee ausgereifte und in allen notwendigen, auch betriebswirtschaftlichen Aspekten durchdachte Business Modelle entwickeln können, wie unsere Praxisbeispiele beweisen.
Das Wort Labor soll in Anlehnung an seinen Gebrauch in den Naturwissenschaften verdeutlichen, dass es um einen systematischen Prozess geht, also um mehr als nur um Einfälle und Assoziationen.Hierbei kommen eigens dafür entwickelte Methoden des Idea Development und Idea Refinement zum Einsatz. Erst dann beginnt die praktische Umsetzung. Für fortgeschrittene Gründer bietet die Veranstaltungen die Chance, das eigene Geschäftsmodell professionell zu beleuchten und entscheidend zu verbessern. Weitere Videos aus dem Labor für Entrepreneurship sehen Sie hier: https://www.entrepreneurship.de/tag/labor-fuer-entrepreneurship/

Entrepreneurial Marketing - Kaiorize

In diesem Video sehen Sie Dr. Shamsey Oloko und Prof. Faltin im Gespräch über Kaiorize. Das Video wurde beim Labor für Entrepreneurship in Berlin aufgenommen. Das Labor für Entrepreneurship zeigt Wege auf, wie wir systematisch aus einer Anfangsidee ausgereifte und in allen notwendigen, auch betriebswirtschaftlichen Aspekten durchdachte Business Modelle entwickeln können, wie unsere Praxisbeispiele beweisen.Das Wort Labor soll in Anlehnung an seinen Gebrauch in den Naturwissenschaften verdeutlichen, dass es um einen systematischen Prozess geht, also um mehr als nur um Einfälle und Assoziationen.Hierbei kommen eigens dafür entwickelte Methoden des Idea Development und Idea Refinement zum Einsatz. Erst dann beginnt die praktische Umsetzung. Für fortgeschrittene Gründer bietet die Veranstaltungen die Chance, das eigene Geschäftsmodell professionell zu beleuchten und entscheidend zu verbessern. Weitere Videos aus dem Labor für Entrepreneurship sehen Sie hier: https://www.entrepreneurship.de/tag/labor-fuer-entrepreneurship/

Zwei Seifen sind mir zu kompliziert. (Auf die Frage, warum er die gleiche Seife zum Waschen und zum Rasieren benutze.) Albert Einstein

Warum sollen Gegenstände oder innovative Ideen nur für eine Sache verwendet werden?

In modernen, arbeitsteiligen Gesellschaften werden immer mehr Funktionen separiert von anderen. Das heißt, zum Essen geht man in ein Restaurant, es gibt Jugendklubs für die Jungen und Altenklubs für die Alten – jede Funktion hat ihre eigenen Räume. Einkaufen muss man im Geschäft. Bücher ausleihen in der Bibliothek, zur Arbeit geht man ins Büro. Selbst Theater spielt man im Theater; kühne Regisseure bringen ausgefallene Inszenierungen – wohin? Auf die Bühne, ins Theater.

Die Vereinzelung und Vereinsamung moderner Gesellschaften hat etwas mit dieser Funktionenteilung zu tun. Jeder sitzt in seinem eigenen Raum.

Warum gefallen uns die kleinen französischen Dörfer, wie wir sie aus dem Urlaub kennen? Alt und Jung sitzen beisammen, manche lesen, andere spielen, zwischendrin schneidet der Friseur jemandem die Haare. An vielen Stellen ist unsere Arbeitswelt derart rationalisiert und ausdifferenziert, dass es Chancen eröffnet, Funktionen wieder zu reintegrieren.

Mehr als nur eine Funktion bedienen

Prof. Faltin hat vor Jahren einen Workshop zum Thema Öffnungszeiten gemacht, indem die Teilnehmer unvoreingenommen über Doppelnutzungen von Gebäuden nachdachten:

Was kann man in Supermärkten noch veranstalten? Warum werden Kanzleien nicht tagsüber zu Kunstausstellungen und abends zu Partyräumen? Was ist möglich, aus Räumen zu machen, die zeitweise ungenutzt bleiben? Ein Bettenhaus nachts zum Probeschlafen auf Matratzen oder gar als unkonventionelles Hotel? Mehr als nur eine Funktion zu bedienen hat schlagende ökonomische Vorteile: Sie müssen keinen Raum bauen, ausstatten, beleuchten, heizen – es kommt hier nur auf Ihre Fantasie an.

Die Methode etwas “zurück zu verbinden” (zu reintegrieren), was getrennt wurde, hat neben ökonomischen Vorteilen auch eine gute gesellschaftliche Funktion – sie wirkt der Vereinsamung entgegen, bringt Menschen zusammen, die sonst wenig miteinander zu tun hätten.

Die Natur nutzt Dinge vielfach

Von der Natur kann man sich abgucken, dass sie Dinge vielfach nutzt: Selten hat etwas nur eine einzige Funktion. Ein Grashalm erfüllt mindestens sechs Funktionen, lernen wir von den Bio- und Ökologen.

Übertragen auf eine unternehmerische Idee sollten Sie sich also fragen: Welche Dinge fallen anderswo an, die ich kostenlos anderweitig nutzen kann? Gemeint ist hier nicht Abfallverwertung, sondern ein guter Blick dafür, was für andere Prozesse ausgedacht war und was ich mit möglichst geringer Investition für meine Zwecke umnutzen kann. In der Natur ist Mehrfachnutzung die Regel und es haben sich die vielfältigsten Kooperationen herausgebildet, die gegenseitige ökonomische Nutzung ermöglichen.

Prof. Faltin hatte oft während seines Studiums keine eigene Wohnung, sondern ist ins Studentenwohnheim oder bei Freunden eingezogen, dort wo etwas frei war. Das war nicht nur sehr abwechslungsreich, sondern auch äußerst luxuriös. Er musste nichts einrichten oder bezahlen und konnte viele Dinge wie Bücher, Kunst und Gebrauchsgegenstände aus aller Welt kennenlernen, auf die er in seiner eigenen Wohnung nie gestoßen wäre. Auch seine Gastgeber waren froh, denn er ging sorgfältig mit der Einrichtung um, goss die Blumen und machte ihnen zum Schluss ein großzügiges Geschenk. Ein Geschenk, das einen Bruchteil dessen kostete, was er für Miete hätte ausgeben müssen. Luxuriös auch unter dem Aspekt, dass er nichts mit Vermietern, Strom- und Gasrechnungen zu tun hatte – bürokratische Dinge, gegen die jeder von uns eine Abneigung hegt.

Prof. Faltin hat lange aus einem Koffer gelebt und später einen gesamten Umzug in einem VW-Käfer mit Schiebedach untergebracht.

 

Es ist wie beim Trampen: Bevor er ein eigenes Auto hatte, lernte er viele Leute kennen und jeder Tag war ein großes Abenteuer. Später fuhr er den Wagen selbst und beschäftigte sich fortan mit Reparaturen, Steuer- und Versicherungsrechnungen. Dazu kamen die Sorgen, die jedes ungewohnte Geräusch eines Autos in dessen Besitzer hervorruft, und das auf eine mögliche neue Reparatur hinweist. Dabei denkt er gar nicht an das Geld, sondern an den Aufwand und die Verzettelung, die Komplexität.

Bei seinen Ideen steht daher im Zentrum der Überlegungen, wie er den Aufwand möglichst reduzieren kann. Prof. Faltin redet hier nicht vom Wort "Schmarotzen", sondern intelligenten Kombinationen, die für alle Beteiligten eine Win-win-Situationen schaffen.

Jetzt bist Du wieder dran, fallen Dir Beispiele ein, die früher mehrere Funktionen erfüllt haben?